Seelenlandschaften #2

Jeder von uns trägt eine unverwechselbare Seelenlandschaft in sich, deren Weite und Tiefe unauslotbar sind. Dieser Gedanke beschäftigt mich weiterhin.

Ich hatte dazu sofort Bilder vor meinem inneren Auge: zwei reale Landschaften, mit denen ich offenbar etwas Besonderes verbinde.

Die erste ist ein fruchtbares Tal in den italienischen Alpen, das ich auf einer mehrtägigen Wanderung am allerletzten Tag durchquert habe. Ringsum war dieses Tal von einem hohen, kluftigen Bergkamm umgeben, völlig abgeschlossen von der Außenwelt. Von den Höhen flossen überall kleine Rinnsale, Bäche und Wasserfälle. Alles war üppig, fruchtbar, grün – so weit das Auge reichte.

Die zweite Landschaft ist eine Küstenlandschaft – das Meer! Dazu kommen mir gleich mehrere Bilder: der weitläufige Strand an der Nordseeküste in Holland, wo ich mindestens einmal im Jahr sein muss, sonst fehlt mir etwas ganz Elementares. Oder die mächtige Brandung des Atlantiks, wie ich sie vor viel zu langer Zeit in Südfrankfreich erlebt habe. Oder auch die tosenden Wellen, die in einem ewigen Kommen und Gehen die Felsen umspülen am südwestlichsten Punkt Europas.

Mir gefällt der Gedanke, meine Seelenlandschaft könnte Orten wie diesen gleichen.

Doch vielleicht ist es auch ganz anders. Vielleicht gleichen unsere inneren Landschaften viel mehr dem, womit wir uns Tag täglich umgeben. Im städtischen Leben – wie bei mir – also eher asphaltierte Straßen, viel befahrene Strecken, großformatige Werbung und grelles Neonlicht.

Ich frage mich: wie sehr korrespondieren Innen und Außen, Außen und Innen?

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