windelfrei

Heute war ich wieder beim windelfrei-Treffen. Ja, so etwas gibt es! Bis ungefähr vier Wochen nach der Geburt unseres zweiten (!) Kindes wusste ich auch nichts davon.

Um es gleich vorweg zu nehmen: wir machen windelfrei mit Windeln! „Windelfrei“ ist der Begriff, der sich im deutschsprachigen Raum eingebürgert hat, so dass jeder, der sich auskennt (!), weiß, was damit gemeint ist. Ob das Baby Windeln trägt oder nicht, ist dabei nicht das Entscheidende! Es geht darum, mit dem Baby über seine Bedürfnisse zu kommunizieren – auch über sein Bedürfnis, sein Geschäft zu verrichten. Im Englischen heißt dieses Phänomen dann auch elimination communication – Ausscheidungs-Kommunikation. Aber mal ehrlich, dann ist „windelfrei“ doch besser!

Wie ich auf windelfrei gestoßen bin, habe ich bereits beschrieben. Erst nachdem wir unseren großen Kleinen über zweieinhalb Jahre herkömmlich gewickelt hatten und der Kleine schon geboren war, habe ich davon gehört.

Nun, so ganz stimmt das nicht. Das Phänomen, dass Babys – gerade Neugeborene – mit ihrem Geschäft gerne warten, bis der Weg frei ist – also auf dem Wickeltisch – das kannten wir natürlich schon. Wie wahrscheinlich alle frischgebackenen Eltern. Und unsere Hebamme hatte uns auch erzählt, dass die Kinder in China aus genau diesem Grund keine Windeln tragen, sondern kleine Schlitzhosen, die sogenannten Kaidangkus. Man zieht sie im Schritt auseinander und schon ist der Weg frei. Aber woher wissen die Eltern, wann es soweit ist?

Ich bin vorher sogar schon einer Mutter begegnet, die mit ihrer gut einjährigen Tochter aufs Klo ging. Aber das habe ich nur so am Rande mitbekommen. Ich habe nie näher mit ihr darüber geredet und unter „windelfrei“ konnte ich mir, ehrlich gesagt, nur eine riesige Sauerei vorstellen.

Der missing link kam mit Julia Dibberns Buch Geborgene Babys. Es ist keine Wahrsagerei den richtigen Zeitpunkt zu treffen und auch keine Glückssache. Die Babys zeigen es! So einfach!

Es gibt verschiedene Signale, die die Babys aussenden, wenn sie spüren, dass sie müssen. Bei uns war es „hektisches Ab- und Andocken beim Stillen“. Das war mir in den ersten Wochen immer wieder aufgefallen und ich habe mich gewundert: Wenn er trinken will, warum trinkt er dann nicht? Ich hatte mir fest vorgenommen, meine Hebamme beim nächsten Besuch danach zu fragen, aber dazu kam es nicht. Als ich gelesen hatte, dass diese Hektik beim Stillen ein Zeichen sein kann, dass der Kleine mal muss, habe ich es einfach ausprobiert. Ich habe seine Windel ausgezogen und ihn übers Waschbecken gehalten. Und siehe da: promt kam sein großes Geschäft! Ich war verblüfft. Ehrlich gesagt, damit hatte ich nicht gerechnet. Seit diesem Moment – der Kleine war knapp vier Wochen alt – geht das große Geschäft so gut wie nicht mehr in die Windel.

Die Signale fürs Pinkeln nehme ich nicht so eindeutig war. Vielleicht sind sie schlicht nicht so deutlich, vielleicht sind meine Antennen nicht feinfühlig genug dafür. Daher trägt der Kleine schon die meiste Zeit über Windeln – Stoffwindeln inzwischen.

Im PEKiP-Kurs habe ich von meiner Entdeckung berichtet und dafür nur verwunderte Blicke geerntet (einschließlich der Kursleiterin!). Trotzdem sagten zwei Mütter sofort: Ja, das stimmt! Wenn sie pinkeln muss, dann macht sie immer so, und zeigten den entsprechenden Gesichtsausdruck ihrer Babys. Die Signale können sehr unterschiedlich sein – Bewegungen wie z.B. ein Strampeln, Mimik, Laute oder jene besagte Hektik beim Stillen – und eben auch unterschiedlich deutlich. Seitdem ich davon weiß, kann ich aber nicht mehr anders: ich kann sie nicht nicht wahrnehmen!

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2 Gedanken zu „windelfrei

  1. gruenzwerg

    Toll, dass ihr das so macht! Wir hatten bisher immer so unsere Problemchen mit windelfrei, irgendwie scheint das nichts für mich zu sein… aber die Zwergin fand es toll! Es hat auch eigentlich gut funktioniert, aber … unterwegs war es doch recht schwierig! Sollte ich tatsächlich noch ein Zwerglein bekommen, dann wende ich mich an dich… vielleicht lags auch daran- fehlender Austausch:-)
    Viele Grüße von der Zwergenmama

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    1. inwachsendenringen Autor

      Ja, Austausch hilft auf jeden Fall! Die Bandbreite, was alles windel-frei ist, ist groß, und ich habe großen Respekt vor den Müttern, die wirklich weitgehend ohne Windeln auskommen. Aber auch für unseren Weg bekomme ich, gerade bei den windelfrei-Treffen, immer wieder gute Anregungen. Und jedes Erfolgserlebnis erhöht dann wiederum den Spass!

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