300 Dinge und mein Perfektionismus

In einem Monat ziehen wir um. Ein guter Anlass, um mal wieder Zeugs zu reduzieren. Kaum zu glauben: das wird der vierte Umzug innerhalb von sechs Jahren sein. Trotzdem sieht man unserer Wohnung nicht an, dass wir bei jedem Packen ordentlich aussortiert haben. Von Minimalismus keine Spur.

Es fällt mir schwer, mich von Dingen zu trennen. Außerdem gibt es Wichtigeres zu tun, als vor Regalen und Schränken zu stehen und zu überlegen: Brauche ich das noch? Finde ich.

Also brauche ich einen sportlichen Anreiz. Und den habe ich jetzt (hier) gefunden: das Projekt 300. Trenne ich mich 30 Tage lang jeweils von 10 Gegenständen, dann kommen 300 Dinge zusammen. Das klingt viel, finde ich. Zehn pro Tag ist aber überschaubar. Angesichts eines Umzugs sind 300 Gegenstände wahrscheinlich sogar recht wenig. Entscheidend ist vor allem, ob es sich dabei um einen Kugelschreiber oder einen Kühlschrank handelt.

Ganz motiviert habe ich heute angefangen und diverse Bücherstapel gemacht. Verschenken, verkaufen, verlieren, wegschmeißen. Da grätschte mir mein Perfektionismus dazwischen. Er hat einen noch besseren Vorschlag: Bücher aussortieren ist gut. Noch besser wäre es natürlich, du würdest dich täglich in zehn unterschiedlichen Kategorien von etwas trennen. Pro Kategorie dürfen es dann gerne gleich mehrere Teile sein. Bücher, Klamotten, Küchenutensilien, Deko… Und außerdem, nur Stapel machen, das reicht nicht. Am besten verlassen jeden Tag zehn Gegenstände tatsächlich das Haus.

Klingt gut, finde ich. Konsequent. Ehrgeizig. Irgendwie zu ehrgeizig. Natürlich! Besser machen kann man es immer. Aber höre ich auf meinen Perfektionismus, dann gebe ich vermutlich übermorgen schon wieder auf. Weil dann die Messlatte zu hoch hängt. Warum das Ziel gleich so hoch stecken? Wo ich doch weiß, dass es mir schwer genug fällt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich tatsächlich 300 Bücher aussortiere, ist ohnehin nicht besonders groß! Mein Arbeitszimmer wäre nicht mehr das gleiche. Nach spätestens 50 Büchern nehme ich mir bestimmt die nächste Kategorie vor.

Und je mehr tatsächlich direkt aus der Haustüre wandert, desto besser. Aber ich will ja nicht einfach alles nur in die Tonne werfen. Ich suche nach geeigneten Orten – verkaufen, verschenken, spenden, recyclen, richtig entsorgen. Das braucht einfach seine Weile.

Ich gehe also meine Herausforderung an und höre wohlwollend auf meinen Perfektionismus. Aber ich lasse ihn nicht den Ton angeben.

Bilanz für heute: 9 Bücher und 1 unvollständiges Quartettspiel

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