Take care for your baby

Take care for your baby! Das sagte ein von mir sehr verehrter Lehrer bei einem Seminar, das ich – höchst schwanger mit unserem ersten Kind – vor einigen Jahren besucht habe. Ich hatte mir einen zweiten Stuhl besorgt, um meine Beine hochlegen zu können. Da wir bei sommerlichen Temperaturen die ganze Zeit gesessen haben, war das dringend nötig. Neben meinem Stuhl stand eine Flasche Wasser; ich war gut versorgt.

Take care for your baby! Das galt nicht mir, sondern den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der Seminarleiter nahm meine besonderen Umstände zum Anlass, uns alle daran zu erinnern, gut auf uns selbst zu achten. Auf unsere Bedürfnisse. Auf das, was wir brauchen. Jetzt. In diesem Moment. Das kann durchaus etwas anderes sein, als der Seminarverlauf gerade vorgibt. Daher die Aufforderung: Take care for your baby!

Beim windelfrei-Treffen ging es neulich darum, was es für uns verändert hat, mit unseren Babys windelfrei „zu machen“. Das Entscheidende dabei ist ja, die Bedürfnisse des Babys wahrzunehmen – so gut wie eben möglich – und mit ihm darüber zu kommunizieren.

Das gelingt mir unterschiedlich gut. Wenn ich mit unserem Kleinen alleine bin, klappt es phasenweise richtig gut. Sobald Familie oder Freunde um mich herum sind, fällt mir diese Art der Wahrnehmung schon deutlich schwerer. Die wenigen Male, die ich im ersten Jahr mit Baby berufliche Termine wahrgenommen habe, war meine Aufmerksamkeit aber gänzlich von anderen Dingen beansprucht. Wenn der Kleine unzufrieden war, konnte ich nicht gut unterscheiden zwischen dem Bedürfnis zu Trinken, zu Schlafen, Auszuscheiden.

Mir ist bewusst geworden, dass das nicht nur für mein Baby gilt. Das gilt auch für mich. In beruflichen Kontakten bin ich ganz stark in meiner Rolle und bei meinem Gegenüber. In gewisser Weise „funktioniere“ ich dann. Ich finde es absolut wichtig, eine angemessene professionelle Haltung zu haben, und gewisse Routinen erleichtern zweifelsfrei die Arbeit. Trotzdem überlagert das „Funktionieren“ doch sehr deutlich das Wahrnehmen meiner eigenen Bedürfnisse. Was ich wahrnehme, ist oft nur ein diffuses Gefühl, dass etwas nicht stimmt oder dass ich irgendwie unzufrieden bin. Brauche ich eine Pause? Brauche ich Schlaf (ganz großes Thema gerade!)? Einfach ein Glas Wasser? Muss ich etwas grundsätzlich korrigieren? Nicht mit Freude bei der Sache zu sein, kann ein deutliches Zeichen dafür sein, dass ein grundlegendes Bedürfnis zu kurz kommt. Ich möchte aber nicht nur „funktionieren“, schließlich bin ich keine Maschine! Ich möchte mit meiner ganzen Person bei der Sache sein. Und mit Freude!

Deshalb habe ich mir vorgenommen, mir diese Erinnerung zu Herzen zu nehmen – auch wenn ich bald wieder mehr ohne Baby unterwegs sein werde: Take care for your baby!

Wie macht IHR das? Wie sorgt IHR für euch und eure Bedürfnisse, wenn’s darum geht zu „funktionieren“?

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