Archiv für den Monat August 2015

Kraftorte aufsuchen

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Ein einfacher Weg, die Seele unserer Kinder zu nähren, ist Orte aufzusuchen, die gut tun. Das sind ganz allgemein Orte, an denen man Verbundenheit spüren kann. Draußen, in der Natur, im Grünen, im Wald, am Wasser…

Darüber hinaus gibt es für mich aber auch besondere Kraftorte. Orte, die mich berühren, mich runter fahren, mich erden und mit Kraft aufladen. Meistens sind das naturnahe Orte, die von Menschen in besonderer Weise gestaltet und – nicht immer, aber oft – auch religiös (klösterlich) geprägt sind. Ich bin überzeugt, dass Kinder die besondere Kraft an diesen Orten spüren, selbst wenn sie das noch nicht bewusst erleben oder es in Worte fassen können.

Altenberg mit seinem Dom ist für mich ein solcher Ort, ein ehemaliges Zisterzienserkloster. Zisterzienser haben sich immer in abgelegenen Gegenden niedergelassen und diese urbar gemacht. In diesem Tal spürt man sowohl die Wirkung der unberührten Natur als auch die gestaltende Kraft des klösterlichen Lebens. Im Dom herrscht eine Atmosphäre, die so dicht ist, dass man sie mit Händen greifen kann. Als wir in der vergangenen Woche mit den Kindern dort waren, wollte der große Kleine überhaupt nicht mehr gehen. Auf meine Frage, was gefällt dir denn so gut, bekam ich die Antwort: „Die Musik und die grün-weißen Leute“ (der Zelebrant und die Messdiener).

Ähnlich und doch ganz anders ist der Schwanberg. Ein alter keltischer Kraftort, hoch gelegen auf dem gleichnamigen Berg, mit einer Schlossanlage samt grandiosem Park und dem Kloster eines evangelischen Frauenordens. Die ganze Anlage ist aufgeladen mit guter Energie, je öfter ich dort bin, desto mehr spüre ich es.

Wenn wir mit Kindern solche Kraftorte aufsuchen, müssen wir gar nichts weiter tun. Die Orte wirken für sich. Und Kinder haben ihre Kanäle, um das aufzunehmen. Wenn wir zu einer bewussteren Wahrnehmung anregen wollen, können wir natürlich nachfragen, zum Beispiel:

Wie ist es, hier an diesem Ort zu sein?

Was ist das Besondere an diesem Ort?

Was gefällt dir hier?

Ich bin gespannt, wie sich die Sprachfähigkeit der Kinder entwickelt, wenn wir im Laufe der Jahre immer wieder diese Orte aufsuchen und sie immer wieder nach ihren Eindrücken fragen.

Welche Kraftorte kennt ihr? Wie bringt ihr euren Kinder diese Orte nahe?

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Verlinkt bei naturkinder.

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Die Seele deines Kindes nähren

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Seit ein paar Tagen halte ich ein kleines Juwel in den Händen – ein Buch, gebraucht gekauft für 3,86 € und von der britischen Insel herüber geschifft. Durch „Zufall“ bin ich auf den Titel gestoßen und merke, so etwas habe ich schon lange gesucht. Oder vielleicht hat das Buch mich gesucht – und gefunden!

„10 Principles for Spiritual Parenting. Nurturing your Child’s Soul“ ist von zwei Amerikanerinnen – Mutter und Tochter! – verfasst. Es enthält eine unendliche Fülle von Anregungen und Inspriationen, um eine alltagstaugliche Spiritualität mit Kindern zu leben. In den vergangenen Tagen habe ich ein bisschen kreuz und quer gelesen und schon einige Ideen bekommen, die ich in unser Familienleben einbringen werde.

Oft sind es ja gar nicht unbedingt große Aktionen, die gefragt sind, sondern die innere Haltung ist entscheidend. Für mich war die Erinnerung wichtig: Kinder sind spirituelle Wesen. Wir müssen ihnen das nicht erst beibringen. Wir dürfen ihnen nur den Zugang zu ihrer inneren Welt nicht erschweren oder gar versperren. Unsere Aufgabe ist es, sie zu unterstützen, diese innere Welt wie selbstverständlich zu bewohnen.

„Think of your child as an infinite Higher Self housed in a small body.“

Mein Kind mit diesen Augen zu sehen, finde ich ungemein entlastend. Es befreit mich davon, „the almighty-their-destiny-depends-on-me-parent“ zu sein. Mein Kind hat Zugang zu höheren Kraftquellen und zu einer tieferen Weisheit. Es lebt nicht allein in den engen familiären Bindungen und in den etwas weiteren von Kindergarten, Verwandtschaft, Freundeskreis. Es gibt darüber hinaus die Verbindung zu einer Wirklichkeit, die jenseits unserer (alltäglichen) Wahrnehmung liegt, und die ich am eheseten mit Worten wie Licht, Klarheit, Wärme, Liebe beschreiben kann. Wenn ich mir diese Verbindung bildlich vorstelle – wie einen Lichtfaden, der über mein Kind hinaus in den Himmel reicht und nach unten zur Mitte der Erde – dann spüre ich körperlich, wie mich das entlastet. Ich atme tiefer und entspannter.

Die erste Anregung ist also, meine Kinder in einem weiteren Horizont zu sehen. Der ist so viel größer als ihr noch kleiner und zarter Körper. Und dieser Perspektivwechsel entlastet und inspiriert mich zugleich.

Weitere und konkretere Ideen sind schon in Planung. Ich werde hier davon berichten.

Perspektive gewechselt

Ich erlebe mich als Mutter im Moment oft am Limit. Eineinhalb Jahre unterbrochener Nachtschlaf; seit einigen Monaten arbeiten, ohne eine Tagesmutter zu haben; vieles nebenbei erledigen, während ein Kleinkind volle Aufmerksamkeit fordert; das fehlende soziale Netzwerk seit unserem Umzug in eine neue Stadt… Es sind viele Faktoren, die da zusammen kommen.

Meine Toleranzgrenze ist gleich null, und am meisten ärgere ich mich dann hinterher über mich selbst. Nörgeln, Schimpfen, Druck machen – all das ist weder zielführend noch tut es uns gut. Trotzdem rutsche ich immer wieder in diese Schleife rein, und zu all dem Stress gesellt sich dann noch die Unzufriedenheit mit mir selbst.

In einem ruhigen Moment kam mir heute morgen auf einmal ein Videoclip in den Sinn, den ich vor vielleicht einem Jahr mal gesehen habe. Die Erinnerung daran war wie ein Lichtblick an einem ohnehin sehr regnerisch grauen Tag. Wie ein heilsamer Gedanke, den mir jemand anders eingegeben hat…

Was meine Kinder wohl über mich sagen würden…? Oder deine über dich…?

Wildkräuterpesto

Wildkräuterstrauß

Wir lieben Nudeln mit Pesto! Am liebsten selbst gemacht!

Schon seit Jahren steht selbst gemachtes Pesto bei uns häufig auf dem Speiseplan. Das ganze Jahr über freue ich mich aufs Frühjahr – und damit auf frisches Bärlauchpesto. Es gibt nichs Köstlicheres! Wenn gerade keine Bärlauchzeit ist, landet Basilkum oder Rucola im Mixer. Und seit wir einen Garten haben, in dem Wildkräuter üppig wachsen, haben wir uns auch an Wildkräuterpesto herangetastet. Hier ist unser inzwischen bewährtes Rezept. Man nehme:

1 Strauß Wildkräuter (Giersch, Löwenzahn, Gundermann, Labkraut, …)

1 Handvoll Walnüsse

1 Knoblauchzehe

1/2 TL Salz (oder mehr, je nach Geschmack)

geriebener Parmesan

Meine Tipps zur Zubereitung des Pestos:

Die Walnüsse in Wasser einlegen, am besten über Nacht. Auf diese Weise werden die enthaltenen Enzymhemmer abgebaut und die Nüsse sind besser verträglich.

Knoblauch zusammen mit dem Salz zerdrücken, bis sich beides gut verbindet. Das macht das Pesto besonders würzig.

Wer ein bisschen Muße hat, bereitet das Pesto nicht im Mixer oder mit dem Pürierstab, sondern von Hand zu. Mit einem Wiegemesser können auch kleine Hände hier schon wunderbar helfen. Wenn Kräuter und Nüsse fein gehackt, aber nicht püriert sind, bekommt das Pesto eine schöne, sämige Konsistenz. Aus diesem Grund gebe ich den Parmesan auch erst zum Schluss dazu: erst wenn alle Zutaten vermischt sind, wird der fein geriebene Parmesan untergehoben.

Fertig! Jetzt noch ein Glas Rotwein dazu! Lecker!!!

52d20-6a0120a791de49970b01b8d12afe98970c-piHerrliches GRÜNZEUG, verlinkt bei naturkinder.