Archiv für den Monat Oktober 2015

Lass dein Kind führen

Häufig sieht unser Alltag so aus: KiTa, Tagesmutter und Arbeit geben den Takt vor. Ich höre mich ständig Sätze sagen wie: „Komm schnell! Los jetzt! Beeil dich! Wir sind schon spät dran.“ Dem Rhythmus der Kinder entspricht das ganz und gar nicht. Sie sind mitten ins Spiel vertieft, müssen gerade noch ein Lego-Projekt fertig bauen oder wollen verstecken spielen, während ich auf allen Vieren versuche, ihnen Jacke, Schal und Mütze anzuziehen.

Ganz schön kräftezehrend! Geht das auch anders? Bestimmt nicht immer. Gerade wenn wir vorgegebene Zeiten einhalten müssen oder wollen. Also vor allen Dingen morgens. Aber zum Glück hat der Tag ja noch mehr Stunden! Zu bestimmten Zeiten nehme ich mir deshalb fest vor, mein Kind führen zu lassen. Und ich mache für mich eine Übung daraus.

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Meine Übungszeit ist zum Beispiel immer, wenn ich mit unserem Kleinen im Tierpark bin. Dann gibt er den Takt vor. Und den Weg. Und die Aktivität. Mehr als alles andere liebt er die Enten. Ich finde ja, es gibt durchaus größere Attraktionen als die gewöhnliche Stockente. Aber er ist da anderer Ansicht. Und er bestimmt! Ich halte mich zurück mit: „Komm, lass uns mal die Esel anschauen! Wollen wir nicht zu den Pfauen gehen? Hast du den Hirsch schon gesehen?“ Und wenn er der Meinung ist, dass die Tiere heute gar nicht interessant sind, sondern dass es viel spannender ist, Blätter ins Wasser zu werfen, dann schaue ich ihm zu oder mache mit.

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Ich mache für mich bewusst eine Übung daraus. Ich achte auf meine Impulse, ohne sie umzusetzen. Ich beobachte, wie mein innerer Antreiber immer neue Ideen parat hat. Ich nehme wahr, wie es sich anfühlt, geführt zu werden – auch wenn ich selbst eine ganz andere Wahl treffen würde. Und ich nehme die Welt aus den Augen meines Kindes wahr. Es nimmt ganz andere Dinge wichtig, als ich das tue.

Ich übe auf diese Weise drei Dinge: wahr-nehmen, mich führen lassen und staunen. Alle drei haben für mich eine spirituelle Dimension. Es ist eine Übung, die ich natürlich auch sonst jederzeit im Alltag machen kann. Meinen Kindern schenke ich damit aber wertvolle Zeit, in der sie den Ton angeben und tun, was ihnen einfach nur Spaß macht.

Bunter kann keiner

iwR_ahornDer goldene Herbst malt die leuchtendsten Farben in die Welt. Ich bin ganz bezaubert vom Ahorn. Bunter kann nämlich keiner. So viele Farben an einem Baum! So viele Schattierungen auf einem Blatt! Die muss man einfach sammeln und mit nach Hause nehmen.

Inspiriert von den Naturkindern ist ein bunter Blätterkranz entstanden, in den schönsten Ahornfarben. Er leuchtet uns durch den Herbst…

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Walnüsse satt

iwR_walnüsseIn diesem Herbst haben wir keine Kastanien oder Eicheln gesammelt. In diesem Jahr war alles, was in unsere Jackentaschen gewandert ist, in unsere mitgebrachten Beutel oder Eimerchen, eine Walnuss. Wir haben einen Walnussbaum in unserem neuen Garten, und in den letzten Wochen kamen wir zum ersten Mal in den Genuss der reifen Früchte. Auf diese reiche Ernte waren wir gar nicht gefasst! Auf jeder Heizung in der Wohnung sind Nüsse zum Trocknen ausgebreitet. Wir kommen aus dem Staunen nicht raus: An einem einzigen Baum wachsen tausende von Nüssen. Wenn das kein schönes Bild ist für die Fülle der Natur und den Überfluss, den sie uns schenkt!

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was tun mit all den Nüssen? Hier ein paar Ideen:

Sammeln. Den Kindern macht es riesigen Spaß, die Nüsse einzusammeln. Selbst der Kleine ruft „Nusch“ und zeigt Richtung Walnussbaum, jedesmal wenn wir das Haus verlassen. Wir gehen nicht los, ohne auf der Straße vor unserem Garten nach Nüssen geschaut zu haben, und der Kleine sitzt immer im Fahrradssitz mit einer Nuss in der rechten und einer in der linken Hand. iwR_walnüsse2

Knacken und essen. Klar!

Spielen. Mehrere Walnusshälften werden zum Hütchen-Spiel. Unter einer Hälfte Smarties verstecken, die Nusschalen durcheinander schieben und dann raten, wo die Smarties sind. Wer richtig getippt hat, darf die Smarties aufessen.

Basteln. Marienkäfer zum Beispiel oder bald auch Weihnachtsbaumanhänger. Eine wunderschöne Idee für einen Adventskalender mit Walnüssen findet ihr bei den Naturkindern.

Kochen. Walnüsse schmecken hervorragend in einem Wildkräuterpesto. Wenn die Nüsse frisch geknackt werden, müsst ihr sie auch nicht vorher in Wasser einlegen.

Backen. Den weltbesten Apfelkuchen – mit Schmand und Nuss-Zimt-Streuseln. Das schmeckt schon nach Winter und Weihnachten. Hmmmm, lecker! (Rezept folgt.)

Jetzt fehlt nur noch der passende Nussknacker dazu… So ein schönes Stück!!!

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