Archiv für den Monat März 2016

Bilderbuch: Der Chamäleonvogel

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Wie kann man kleinen Kindern die Ostergeschichte erzählen? Ohne dass die Brutalität der Ereignisse zu sehr im Vordergrund steht, aber auch ohne einen großen Bogen um das Kreuz zu machen?

Einen gelungenen Zwischenweg geht das Bilderbuch Der Chamäleonvogel – eine Ostergeschichte für Kinder und ihre Eltern von Hermann-Josef Frisch und Ivan Gantschev. Das Buch erzählt die Geschichte von Karfreitag bis Ostern aus der Sicht eines kleinen Vogels, der – wie ein Chamäleon – seine Farbe verändert. Ist er froh, dann ist das Gefieder leuchtend bunt, ist er traurig, werden die Federn grau und schwarz.

Der Chamäleonvogel verfolgt die Geschehnisse um Jesus aus nächster Nähe, und im Verlauf der Geschichte verliert er immer mehr an Farbe. Nicht nur der Vogel, auch die Bilder werden immer dunkler. Bis Jesus schließlich gekreuzigt wird: das Bild, auf dem das Kreuz nur angedeutet ist, ist schwarz – selbst der Chamäleonvogel ist nicht mehr zu sehen. Am Ostermorgen, als die Frauen zum Grab gehen und der Stein vom Grab weggerollt ist, hat der kleine Vogel schon wieder ein bisschen Farbe. Am Ende ist schließlich alles in ein strahlendes Licht getaucht.

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Geeignet ab  4 Jahren.

Ostereier färben mit den Kleinsten

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Heute haben wir Eier im Schuhkarton gefärbt. Auf diese Weise können selbst kleinste Kinder Ostereier färben mit großem Effekt.

Man braucht:

  • einen Schuhkarton
  • Acrylfarben
  • Papier
  • (ausgepustete) Eier

Pro Ei wird ein Blatt Papier im Karton großzügig mit ein paar Farbklecksen bedacht. Dann den Karton in die Hand nehmen und das Ei darin hin und her kullern lassen, bis es von allen Seiten mit Farbe bedeckt ist.

So entstehen bunt gemaserte Ostereier und ganz nebenbei noch ein paar farbenfrohe Kunstwerke zum Aufhängen.

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Oster-Grünzeug, herrlich bunt – eine Sonntagsfreude!

Bunte Zweige

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Heute ist mit bunten Zweigen ein kleiner Vorgeschmack auf Ostern eingezogen: Wir haben mit den Kindern einen Palmbusch gebunden (die Anregung stammt hierher). Die Buchsbaumzweige haben wir im Garten geschnitten und dazwischen ein paar Forsythienzweige versteckt. In ein paar Tagen, wenn Ostern näher rückt, werden sie ihre gelben Blütenköpfchen rausstrecken und noch ein paar Farbtupfer mehr in unsere Wohnung bringen. Am meisten Spaß hatten die Kinder an den Kreppbändern. Die wurden fröhlich hin und her geschwenkt, beherzt in Stücke geschnitten und dann liebevoll drapiert.

Ich kannte die Tradition eines Palmbuschs bisher nicht. Die immergrünen Zweige stehen für unvergängliches Leben – und natürlich für die Zweige, mit denen die Menschen Jesus beim Einzug in Jerusalem begrüßten. Die (bald) blühenden Zweige zeigen das Leben an, das sich wieder neu entfaltet. Die bunten Bänder erinnern an die Kleider, die die Menschen damals auf dem Boden ausgebreitet haben. Die Perlen könnten für Tränen stehen. Immerhin sind wir ja noch in der Passionszeit, einer Zeit in der wir uns vielleicht in besonderer Weise durch das Leid anderer berühren lassen. Am Ostersonntag werden wir dann noch Ostereier hinzufügen – aber die müssen erst noch angemalt werden…

Eine Sonntagsfreude und wunderschönes Grünzeug!

Bilderbuch: Kamfu mir helfen?

Wenn ich mit den Kindern in der Bücherei stehe, bin ich manchmal ganz erschlagen: Es gibt so unendlich viele Kinderbücher! Die Auswahl ist riesig, aber viel zu oft sind die Bücher eher mittelmäßig. Mir ist es wichtig, dass nicht nur die Kinder, sondern auch ich Spaß an den Büchern habe, denn bekanntlich lesen Eltern von Kindern im Kindergartenalter ja mit! Manchmal sind aber richtige Glücksgriffe dabei, und das ein oder andere dieser Bücher werde ich hier vorstellen.

Heute: Kamfu mir helfen? von Barbara Schmidt und Dirk Schmidt

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Die Geschichte:

Ein Elefant stolpert über den eigenen Rüssel, rutscht aus und prallt gegen eine Mauer. Er merkt, „vom Sturz noch ganz benommen: Sein Rüssel hat was abbekommen.“ Zuerst versucht er es allein, die krumme Nase wieder grade zu bekommen. Nur will das nicht klappen, und er entschließt sich, um Hilfe zu bitten: „Kamfu mir helfen?“ Es muss jemand sein, der sich mit der Problematik auskennt, ein Rüsseltier also. Ameisenbär und Schwein haben durchaus Erfahrung mit verbogenen Rüsseln, allein ihre Rezepte schlagen beim Elefanten nicht an. Da kommt eine Fliege geflogen und bietet ihre Dienste an. Sie fliegt in den Rüssel des Elefanten rein, um den Schaden zu sichten. In gewisser Weise wird das zur ersehnten Hilfe, allerdings hatte die Fliege sich das Ganze wahrscheinlich etwas anders vorgestellt…

Was mir an dem Buch gefällt:

1. Die Geschichte ist witzig! Und sie nimmt am Ende eine unerwartete Wendung. Wenn Erwachsene und Kinder beim Vorlesen gleichzeitig schmunzeln, dann ist ein Buch wirklich gelungen.

2. Die Erzählung ist gereimt, und zwar richtig gut! Da macht das Vorlesen Spaß, und für die Sprachentwicklung sind gereimte Texte natürlich das Tüpfelchen auf dem I!

3. Die Zeichnungen überraschen durch ungewöhnliche Perspektiven und witzige Details. Auch hier ist das Augenzwinkern immer wieder mit eingebaut. Zum Beispiel: Der Ameisenbär saugt eine Ameisenstraße mit dem Handstaubsauber auf…

4. Schön finde ich auch, wie Erfahrungen, die Kinder machen, hier vorkommen: über die eigenen Füße fallen – wenn man mal nicht aufgepasst hat… -, alleine nicht weiter kommen, um Hilfe bitten. Das alles ist behutsam und liebevoll in der Geschichte verpackt.

Geeignet ist das Buch ab 3 Jahren.

Meditieren mit Kindern #2

Im Leben mit kleinen Kindern Zeit für Meditation zu finden, ist gar nicht so einfach. Morgens oder abends, wenn die Kinder schlafen, schaffe ich es in der Regel nicht, mich aufs Kissen zu setzen. Also versuche ich, Meditationszeiten mitten in den trubeligen Alltag einzubauen, wenn die Kinder drumherum spielen, mir zuschauen oder vielleicht sogar mitmachen.

Dabei gibt es ein paar Dinge, die es mir und uns einfacher machen.

Hilfreich ist auf jeden Fall Vorerfahrung mit Meditation. Ich kenne verschiedene Formen von Meditation und Kontemplation und übe mich darin – in unterschiedlicher Intensität – seit gut 15 Jahren. Lange Zeit habe ich das stille Sitzen dazu genutzt, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Die äußeren Reize waren auf ein Minimum reduziert und endlich war mal Zeit, meine Gedanken bis zu Ende zu denken. Unglaublich, welche Wege der eigene Geist in kürzester Zeit zurücklegt und wo man innerhalb von 15 Minuten landen kann. Die Stille hat mir immer gut getan, aber ich habe erst viel später verstanden, dass es bei der Meditation um etwas anderes geht. Erst durch bestimmte Achtsamkeitsübungen (aus der MBSR-Schule) und eine spirituelle Praxis (wie diese hier) wurde mir klar, um was es eigentlich geht: ganz im Hier und Jetzt sein, mit einem wachen Geist und mit allen Sinnen. Und weil der Geist gerne in die unterschiedlichsten Richtungen davon flattert, ist es einfacher, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Fokus richte – auf den Atem, auf Körperwahrnehmungen, auf die Beobachtung von Gedanken und Gefühlen oder auf ein innerlich wiederholtes Mantra. Um diese fokussierte Aufmerksamkeit zu üben, braucht es nicht unbedingt absolute Stille um mich herum. Das geht genauso, wenn die Kinder gerade die Legosteine durcheinander wirbeln, die Zahlen auf dem Timer vorlesen oder auf meinen Schoß klettern. Ich kehre immer wieder zurück zu meiner Übung im Hier und Jetzt.

Für die Kinder ist es klarer, wenn es einen besonders gestalteten Ort gibt. Dieser Ort markiert: Mama macht gerade ihre stille Zeit. Sie ist jetzt beschäftigt. Wenn sie aufsteht, ist sie wieder für uns da. Bei uns ist dieser Ort noch im Entstehen. Ich habe eine Servierplatte umfunktioniert (das schwedische Möbelhaus machts möglich), quasi als kleinen Altar, den ich mit besonderen Gegenständen geschmückt habe: eine Kerze, eine Blume, ein schöner Stein, ein kleiner Engel. Ich stelle mir vor, dass die Kinder diesen Ort in Zukunft mitgestalten – mit Fundstücken aus der Natur, Bildern, mit Dingen, die ihnen wichtig sind.

Für die Kinder ist zudem ein Zeitmesser hilfreich, etwas, das das Vergehen der Zeit sichtbar macht. Ich nutze diesen kleinen Timer, bei dem man Tonsignal, Vibrationsalarm und ein Lichtsignal beliebig miteinander kombinieren kann. Unser großer Kleiner ist fasziniert von Zahlen, er zählt vorwärts und rückwärts, und er verfolgt genau die wechselnden Zahlen auf dem Timer. Bei kleineren Kindern kann eine Sanduhr gute Dienste leisten. Sie macht einen kurzen Zeitraum und seine Begrenzung optisch sichtbar.

Damit die Auszeit funktionieren kann, ist es natürlich wichtig, dass gerade alle wichtigen Bedürfnisse der Kinder gestillt sind. Ein guter Zeitpunkt ist deshalb zum Beispiel nach der Raubtierfütterung. Und wenn die Kleinen vorher auch noch eine ordentliche Portion von Mamas Aufmerksamkeit bekommen haben, dann hilft das auf jeden Fall, sie jetzt für eine kleine Weile zu entbehren.

Meditieren mit Kindern #1

Ich würde gerne wieder regelmäßig meditieren. Die Frage ist nur: wann? Im Leben mit zwei kleinen Kindern scheint es dafür keine geeignete Tageszeit zu geben. Morgens früh? Es mag Leute geben, die stehen in aller Frühe auf, um zu meditieren – zu denen gehöre ich aber definitiv nicht! Meine Kinder sind – im Gegensatz zu mir! – Frühaufsteher, und der Tag fängt ohnehin immer viel zu früh an. Da ist nicht daran zu denken, vor den Kindern aufzustehen, um den Tag in Stille zu beginnen! Und abends? Ja, wenn die Kinder schlafen, wäre das eigentlich eine gute Zeit. Nur muss halt immer alles abends stattfinden, was tagsüber mit den Kinder nicht geht, und das ist nicht wenig! Und oft bin ich selbst so k.o., dass ich mit den Kindern auf der Bettkante einschlafe.

Daher mein Entschluss: Ab sofort meditiere ich mit den Kindern! Nicht in dem Sinne, dass ich sie darin anleite zu meditieren – das kommt vielleicht später auch noch. Aber ich meditiere, wenn die Kinder um mich herum sind. Ich setze mich einfach mitten im Alltagstrubel hin und nehme mir eine Auszeit. Eine Kerze, ein Kissen und ein Timer sind meine Hilfsmittel.

Dem großen Kleinen habe ich das so erklärt: Ich setze mich jetzt für eine Viertelstunde hin, zünde mir eine Kerze an und möchte einfach still sein. Ich stelle den Timer auf fünfzehn Minuten ein, dann kannst du sehen, wann die stille Zeit zuende geht. Er interessiert sich unglaublich für Zahlen und Zeiten, so dass er abwechselnd zu mir und auf den Timer geschaut und die Zeit quasi rückwärts gezählt hat.

Unser Kleiner ist einfach noch zu klein für Erklärungen. Nachdem er erst eine Weile mit etwas anderem beschäftigt war, kam er irgendwann und hat das ungewohnte Setting interessiert beobachtet. Am Ende der fünfzehn Minuten saß der Kleine auf meinem Schoß, und der Große lehnte sich von hinten an meinen Rücken. Ich war ganz gerührt über diesen dichten gemeinsamen Moment mit meinen Kindern!

So habe ich Meditation bisher nie gedacht. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es eine ungestörte Zeit und einen ruhigen Ort braucht. Aber auch wenn die Kinder um mich herum sind, wenn sie spielen oder auf meinen Schoß klettern, kann ich mich darin üben, mit meiner Aufmerksamkeit bei mir selbst zu sein. Und immer wieder dahin zurück zu kehren.

Und ganz nebenbei finde ich es gut, wenn die Kinder es miterleben, wie ich meditiere. Sie werden neugierig werden und es auch ausprobieren wollen. Und dann wird es sicher wieder Zeiten geben, wo sie sich überhaupt nicht dafür interessieren. Aber sie wissen wenigstens um diese Möglichkeit und können sich jederzeit dazu setzen, wenn sie mögen.