Meditieren mit Kindern #1

Ich würde gerne wieder regelmäßig meditieren. Die Frage ist nur: wann? Im Leben mit zwei kleinen Kindern scheint es dafür keine geeignete Tageszeit zu geben. Morgens früh? Es mag Leute geben, die stehen in aller Frühe auf, um zu meditieren – zu denen gehöre ich aber definitiv nicht! Meine Kinder sind – im Gegensatz zu mir! – Frühaufsteher, und der Tag fängt ohnehin immer viel zu früh an. Da ist nicht daran zu denken, vor den Kindern aufzustehen, um den Tag in Stille zu beginnen! Und abends? Ja, wenn die Kinder schlafen, wäre das eigentlich eine gute Zeit. Nur muss halt immer alles abends stattfinden, was tagsüber mit den Kinder nicht geht, und das ist nicht wenig! Und oft bin ich selbst so k.o., dass ich mit den Kindern auf der Bettkante einschlafe.

Daher mein Entschluss: Ab sofort meditiere ich mit den Kindern! Nicht in dem Sinne, dass ich sie darin anleite zu meditieren – das kommt vielleicht später auch noch. Aber ich meditiere, wenn die Kinder um mich herum sind. Ich setze mich einfach mitten im Alltagstrubel hin und nehme mir eine Auszeit. Eine Kerze, ein Kissen und ein Timer sind meine Hilfsmittel.

Dem großen Kleinen habe ich das so erklärt: Ich setze mich jetzt für eine Viertelstunde hin, zünde mir eine Kerze an und möchte einfach still sein. Ich stelle den Timer auf fünfzehn Minuten ein, dann kannst du sehen, wann die stille Zeit zuende geht. Er interessiert sich unglaublich für Zahlen und Zeiten, so dass er abwechselnd zu mir und auf den Timer geschaut und die Zeit quasi rückwärts gezählt hat.

Unser Kleiner ist einfach noch zu klein für Erklärungen. Nachdem er erst eine Weile mit etwas anderem beschäftigt war, kam er irgendwann und hat das ungewohnte Setting interessiert beobachtet. Am Ende der fünfzehn Minuten saß der Kleine auf meinem Schoß, und der Große lehnte sich von hinten an meinen Rücken. Ich war ganz gerührt über diesen dichten gemeinsamen Moment mit meinen Kindern!

So habe ich Meditation bisher nie gedacht. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es eine ungestörte Zeit und einen ruhigen Ort braucht. Aber auch wenn die Kinder um mich herum sind, wenn sie spielen oder auf meinen Schoß klettern, kann ich mich darin üben, mit meiner Aufmerksamkeit bei mir selbst zu sein. Und immer wieder dahin zurück zu kehren.

Und ganz nebenbei finde ich es gut, wenn die Kinder es miterleben, wie ich meditiere. Sie werden neugierig werden und es auch ausprobieren wollen. Und dann wird es sicher wieder Zeiten geben, wo sie sich überhaupt nicht dafür interessieren. Aber sie wissen wenigstens um diese Möglichkeit und können sich jederzeit dazu setzen, wenn sie mögen.

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