Meditieren mit Kindern #2

Im Leben mit kleinen Kindern Zeit für Meditation zu finden, ist gar nicht so einfach. Morgens oder abends, wenn die Kinder schlafen, schaffe ich es in der Regel nicht, mich aufs Kissen zu setzen. Also versuche ich, Meditationszeiten mitten in den trubeligen Alltag einzubauen, wenn die Kinder drumherum spielen, mir zuschauen oder vielleicht sogar mitmachen.

Dabei gibt es ein paar Dinge, die es mir und uns einfacher machen.

Hilfreich ist auf jeden Fall Vorerfahrung mit Meditation. Ich kenne verschiedene Formen von Meditation und Kontemplation und übe mich darin – in unterschiedlicher Intensität – seit gut 15 Jahren. Lange Zeit habe ich das stille Sitzen dazu genutzt, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Die äußeren Reize waren auf ein Minimum reduziert und endlich war mal Zeit, meine Gedanken bis zu Ende zu denken. Unglaublich, welche Wege der eigene Geist in kürzester Zeit zurücklegt und wo man innerhalb von 15 Minuten landen kann. Die Stille hat mir immer gut getan, aber ich habe erst viel später verstanden, dass es bei der Meditation um etwas anderes geht. Erst durch bestimmte Achtsamkeitsübungen (aus der MBSR-Schule) und eine spirituelle Praxis (wie diese hier) wurde mir klar, um was es eigentlich geht: ganz im Hier und Jetzt sein, mit einem wachen Geist und mit allen Sinnen. Und weil der Geist gerne in die unterschiedlichsten Richtungen davon flattert, ist es einfacher, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Fokus richte – auf den Atem, auf Körperwahrnehmungen, auf die Beobachtung von Gedanken und Gefühlen oder auf ein innerlich wiederholtes Mantra. Um diese fokussierte Aufmerksamkeit zu üben, braucht es nicht unbedingt absolute Stille um mich herum. Das geht genauso, wenn die Kinder gerade die Legosteine durcheinander wirbeln, die Zahlen auf dem Timer vorlesen oder auf meinen Schoß klettern. Ich kehre immer wieder zurück zu meiner Übung im Hier und Jetzt.

Für die Kinder ist es klarer, wenn es einen besonders gestalteten Ort gibt. Dieser Ort markiert: Mama macht gerade ihre stille Zeit. Sie ist jetzt beschäftigt. Wenn sie aufsteht, ist sie wieder für uns da. Bei uns ist dieser Ort noch im Entstehen. Ich habe eine Servierplatte umfunktioniert (das schwedische Möbelhaus machts möglich), quasi als kleinen Altar, den ich mit besonderen Gegenständen geschmückt habe: eine Kerze, eine Blume, ein schöner Stein, ein kleiner Engel. Ich stelle mir vor, dass die Kinder diesen Ort in Zukunft mitgestalten – mit Fundstücken aus der Natur, Bildern, mit Dingen, die ihnen wichtig sind.

Für die Kinder ist zudem ein Zeitmesser hilfreich, etwas, das das Vergehen der Zeit sichtbar macht. Ich nutze diesen kleinen Timer, bei dem man Tonsignal, Vibrationsalarm und ein Lichtsignal beliebig miteinander kombinieren kann. Unser großer Kleiner ist fasziniert von Zahlen, er zählt vorwärts und rückwärts, und er verfolgt genau die wechselnden Zahlen auf dem Timer. Bei kleineren Kindern kann eine Sanduhr gute Dienste leisten. Sie macht einen kurzen Zeitraum und seine Begrenzung optisch sichtbar.

Damit die Auszeit funktionieren kann, ist es natürlich wichtig, dass gerade alle wichtigen Bedürfnisse der Kinder gestillt sind. Ein guter Zeitpunkt ist deshalb zum Beispiel nach der Raubtierfütterung. Und wenn die Kleinen vorher auch noch eine ordentliche Portion von Mamas Aufmerksamkeit bekommen haben, dann hilft das auf jeden Fall, sie jetzt für eine kleine Weile zu entbehren.

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2 Gedanken zu „Meditieren mit Kindern #2

  1. Birgit

    Hallo 🙂
    das finde ich interessant, auch ich bin gerade am Thema Meditieren mit Kindern dran. Aber ich versuche wirklich Übungen mit den Kindern zu machen und seitdem ich sehe wie viel Spaß ihnen das macht, bin ich noch bestärkt und es hilft auch meiner Praxis.

    Wenn nur ich meditieren will, also wirklich die formelle Übung, dann brauche ich wirklich Ruhe, sonst geht es nicht. Aber wer weiß, vielleicht wird das auch irgendwann anders.

    Liebe Grüße,

    Birgit

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    1. inwachsendenringen Autor

      Früher oder später möchte ich natürlich auch gemeinsam mit den Kindern üben. Bisher suche ich aber noch nach dem richtigen Einstieg. Und außerdem sind unsere beiden ja noch ziemlich klein…
      Ich hoffe sehr, Du wirst über die Erfahrungen, die du mit deinen Kindern machst, schreiben! Ich bin gespannt darauf!
      Viele Grüße!

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      Antwort

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