Archiv für den Monat August 2017

Wie du mithilfe von GfK Gewissensbisse auflösen kannst

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Im Urlaub wirklich ganz abschalten und entspannen? Selten ist mir das so wenig gelungen wie in diesem Jahr!

Das liegt vor allem daran, dass man mit kleinen Kindern trotz Urlaub „funktionieren“ muss: aufstehen, wenn die Kinder wach sind, Frühstück machen, Essen für den Strand einpacken, Sandburgen bauen, Kletterversuche auf dem Spielplatz absichern, quengelige Kinder auf dem Heimweg motivieren, Abendessen kochen, müde Kinder durch die Dusche schleusen, vorlesen, ins Bett bringen… So ein Urlaubstag ist ganz schön voll gepackt, und so schön das alles auch ist, beim Ins-Bett-bringen schlafe ich vor lauter Erschöpfung oft selber mit ein.

Dieses Jahr war ich damit besonders unzufrieden. Einmal habe ich mich hingesetzt und versucht, mir darüber klar zu werden, was ich eigentlich brauche. Im Sinne der gewaltfreien Kommunikation (GfK) habe ich erkundet, welches meine Bedürfnisse sind. Ganz oben auf der Liste stand:

  • Zeit für mich, in der ICH! SELBST! BESTIMMEN! KANN!!!
  • meine eigenen Impulse spüren und ihnen nachgehen
  • verbunden sein mit Erde und Himmel, Luft und Meer

„Ich brauche jetzt noch eine Woche Urlaub ganz alleine“, habe ich am Ende unseres Urlaubs zu meinem Mann gesagt. „Bleib doch noch!“ meinte er. Zuerst kam mir das verrückt vor. Doch dann habe ich nachgeschaut. Ein Bed & Breakfast-Zimmer war schnell gefunden. Eine Zugverbindung auch. Noch ein Wochenende dran hängen? Ganz alleine? Geht das wirklich?

Die Faszination dieser Idee hat so schnell von mir Raum ergriffen, dass klar war: ich mach’s! Aber genauso schnell kamen die Gewissensbisse: Ich verlängere den Urlaub und die Kinder müssen nach Hause fahren. Das werden sie nie verstehen. Das wird ihnen das Herz brechen!!!

Diese Gewissensbisse hatten mich so sehr in der Zange, dass ich es um ein Haar nicht gemacht hätte. Zum Glück kamen mir meine GfK-Kenntnisse zur Hilfe, und ich habe mich kurzfristig selbst gecoacht. Was ich nun schildere, ist ein Prozess, der in relativ kurzer Zeit den inneren Frieden (wieder) herstellen kann, wenn du dich selbst verurteilst für etwas, was du getan hast – oder wie in meinem Fall: tun willst.

In unserem inneren Team gibt es in einem solchen Fall zwei Akteure: den inneren Entscheider und die Richterin. Die beiden sind sich völlig uneins. Und welcher Stimme soll man da trauen??? Der Entscheider macht einfach, was er für gut befindet und lässt sich nicht beirren. Die Richterin kritisiert, beschimpft und verurteilt messerscharf alles, was sie nicht billigen kann. Unter dieser Fuchtel kann man sich echt elend fühlen und definitiv nichts mehr genießen – da kann der Entscheider noch so gute Tatsachen geschaffen haben.

In diesem Prozess ist es der erste Schritt, die Richterin unzensiert sprechen zu lassen. Was halte ich von mir, wenn ich so handle?

In meinem Fall hörte sich das so an: Du brichst den Kindern das Herz. Sie sollen nach Hause fahren und du bleibst? Das werden Sie nie verstehen! Du bist total egoistisch! Du nimmst dir etwas, was sie nicht haben dürfen.

Als nächstes erkundet man die Gefühle und Bedürfnisse, die hinter diesen Urteilen stehen: Wie fühle ich mich, wenn ich so über mich urteile? Und welche unerfüllten Bedürfnisse stehen dahinter?

Wie ich mich fühle, wenn die Stimmen in meinem Inneren so zetern, ist klar: klein und ohnmächtig, irgendwie falsch, beschämt, traurig.

Welche Bedürfnisse dahinter stehen, konnte ich – wie meistens – nicht ganz so einfach entschlüsseln. Ich möchte:

  • gut für meine Kinder sorgen
  • ihnen Orientierung geben und für sie verständlich handeln
  • mit ihnen verbunden sein (zum Beispiel auch indem wir den Urlaub gemeinsam abschließen – die gemeinsame Rückfahrt ist ja schließlich so eine Art Ritual)

Danach wird der Entscheider gefragt, welche Bedürfnisse er zu erfüllen versucht. Diese Frage hatte ich ja schon beantwortet:

  • Zeit für mich, in der ich selbst bestimmen kann, was ich wann tue und wie lange! Schlafen. Lesen. Spazieren gehen. Kaffee trinken. Oder einfach nur in die Luft schauen!
  • meine eigenen Impulse spüren und ihnen nachgehen
  • verbunden sein mit Erde und Himmel, Luft und Meer
  • neue Energie tanken

Schließlich stellt man die Bedürfnisse beider Seiten nebeneinander. Gibt es einen Weg, für die Erfüllung aller Bedürfnisse zu sorgen?

Oft ist dieser letzte Schritt gar nicht unbedingt notwendig. Wenn man sich mit seinen Bedürfnissen verbindet, entspannt sich innerlich meistens schon so viel, dass gar nichts weiter zu tun ist. Als ich die Bedürfnisse beider Seiten quasi in meinen beiden Händen abgewogen habe, wurde mir schnell klar, dass ich gut für meine Kinder sorge, indem ich mir diese Auszeit nehme! Ich brauche es, mit mir in Verbindung zu sein und meine Akkus aufzuladen, um auch wieder gut für sie da sein zu können. Mit dieser inneren Klarheit konnte ich offenbar gut rüber bringen, worum es mir geht. „Okay“, sagte der Große, als ich erklärt habe, dass ich noch zwei Tage bleibe. Und der Kleine meinte begeistert: „Dann bist du ganz alleine. Dann kannst du ganz in Ruhe schlafen.“ – Genau!!!

Manchmal muss man auch um Bedürfnisse trauern, die (zumindest jetzt) nicht erfüllt werden können. In meinem Fall war es der Wunsch, mit meiner Familie gemeinsam den Urlaub abzuschließen und so mit ihnen verbunden zu sein. Als sie gefahren sind, war ich ganz schön traurig. Aber es war ein anderes traurig als vorher. Es fühlte sich richtig an.

Und als ich dann – nachdem ich so lange gewunken hatte, bis das Auto nicht mehr zu sehen war – losgegangen bin, um meine Freiheit zu genießen, habe ich auf der Straße einen Bierdeckel gefunden mit der Aufschrift: Always trust your inner voice!

Echt jetzt!

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Draußen mit allen Sinnen

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Den ganzen Tag draußen sein. Sich den Wind um die Nase pusten lassen. Ganz eintauchen in die Elemente: das Wasser, den Sand, die Sonne, den Wind…

So verbringen wir unseren Urlaub, seitdem wir Kinder haben. Dieser Vollkontakt mit den Elementen tut nicht nur den Kindern gut. Mit allen Sinnen draußen gefordert sein, das ist Erholung pur für Geist und Seele. Und ganz nebenbei sind diese intensiven sinnlichen Eindrücke die beste Frühförderung, die Kinder bekommen können. Da haben die grauen Zellen ordentlich was zu tun, während die Kinder die große Weite aufsaugen, die Wildheit des Meeres in sich aufnehmen und dabei den Sand in jeder Ritze spüren.

Traumhaft!

 

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Bei der Gelegenheit will ich übrigens mal eine absolute Empfehlung für die Sonnenkäppies unserer Jungs aussprechen. Laut Hersteller-Angabe bieten sie einen UV- Schutz von mehr als 200. Der Schirm vorne ist stabil und extra groß, so dass die Gesichter der Kinder immer im Schatten sind. Der Nackenschutz ist natürlich auch super praktisch, und durch den verstellbaren Gummizug wachsen die Sonnenhüte mit. Bei uns sind diese Käppies jetzt schon den dritten Sommer im Einsatz. Und cool aussehen tun sie dabei auch, selbst nach mehrmaligem Waschen fast wie neu. Ich freue mich jedes Mal daran!

Grün ist zwar nicht die Farbe des Meeres, trotzdem wandert dieser Beitrag in die Grünzeug-Sammlung.

Bilderbücher zum Schulanfang

Ob als Geschenk für die Schultüte oder zur Vorbereitung auf den ersten Schultag: hier stelle ich meine Lieblings-Bilderbücher rund um den Schulanfang vor. Die meisten davon gibt es auch in einer kleinen Mini-Ausgabe, damit sie auch wirklich in die Schultüte passen.

US_Baltscheit, Loewe_15.3.12_7er_umschlag.qxpFür unseren Schulanfänger habe ich die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte gekauft. Da geht es überhaupt nicht um die Schule, aber sehr wohl darum, warum es sich lohnt, schreiben zu lernen. Ein Löwe hat sich verliebt – in eine Löwendame, die lesen kann. Da darf man nicht einfach drauf los brüllen, man muss vorher einen Brief schreiben. Aber der Löwe kann nicht schreiben und muss sich Hilfe holen. Nur leider verstehen Affen, Nilpferde und die anderen Tiere nicht viel von Löwendamen. Sie schreiben zwar den Brief, aber sie laden die Löwendame ein, auf Bäume zu klettern oder nach Algen zu tauchen. Der Löwe ist verzweifelt… Natürlich gibt es schließlich ein Happy End. Und am Ende bringt ihm die Löwendame selbst das Lesen bei. Sehr witzig – gefällt Kindern wie Eltern!

Randerath_FipsAuch das nächste Buch hat mit Schule nichts zu tun. Es ist die Geschichte vom Bau der Arche Noah, aber als geniales ABC-Buch, großartig gereimt von James Krüss: ABC, ABC, Arche Noah sticht in See. (Fast) jedem Buchstaben ist eine Seite gewidmet. So gut wie alle Worte fangen mit dem gleichen Buchstaben an, und am Ende der Zeile reimt sich das ganze auch noch. Man kommt ins Staunen darüber, welche Tiere der Autor sich zum jeweiligen Buchstaben hat einfallen lassen: „Wülmaus, Wurm und Weinbergschnecke, … Wiesel, Wölfe, Wasserböcke, … Wachteln und zwei weiße Tauben, Wiedehopf und Wendehals…“ Beim Vorlesen braucht es etwas Zungenfertigkeit, aber wenn man einmal gut im Rhythmus ist, kommt es super über die Lippen. Die schönen Illustrationen von Günther Jakobs machen das Buch zu einem richtigen Vergnügen.

Aktuell gibt es dieses Büchlein übrigens auch als Maxi-Pixi, zusammen in einem Bundle mit den schönen Gebet-Büchlein von Ernst Grosche.

Scheffler_Frau Hoppe_US_Enturf01.inddWenn die Aufregung vorm ersten Schultag groß ist, dann eignet sich zur Vorbereitung prima Frau Hoppes erster Schultag. Henriette Hoppe hat nämlich auch Angst vorm ersten Schultag – nur ist sie die Lehrerin! Ihr passieren lauter Missgeschicke: sie hört morgens den Wecker nicht, sie weiß nicht, was sie anziehen soll, und verfährt sich auf dem Weg in die Schule. Und als sie endlich da ist, geht auch noch ziemlich viel schief. Aus dieser verdrehten Perspektive werden die Sorgen, wie denn in der Schule nun alles werden soll, liebevoll auf den Punkt gebracht und mit Humor aufgelöst. Illustrator ist übrigens Grüffelo-Zeichner Axel Scheffler.

9783522432306Ein Klassiker zum Schulanfang ist Der Ernst des Lebens von Sabine Jörg: Annette weiß nicht, was das bedeuten soll, aber alle sagen zu ihr: „Wenn du sechs wirst, kommt der Ernst des Lebens.“ Wie sieht er denn aus, der Ernst des Lebens? Ist es ein Monster, das auf dem Geburtstagstisch sitzt und alle Geschenke auffrisst? An ihrem ersten Schultag lernt sie ihn endlich kennen. Ein Junge teilt mit ihr die Bank, er leiht ihr seine Stifte und überhaupt wird er ihr bester Freund. Und nun ratet mal, wie er heißt! – Ernst!

9783407773005Auf den ersten Blick ganz witzig fand ich auch Wenn die Ziege schwimmen lernt: „Es gab einmal eine Zeit, da gingen die Tiere in die Schule. Und alle lernten schwimmen, fliegen, rennen und klettern. – Wirklich alle?“ Anfangs war die Ente Klassenbeste im Schwimmen. Aber weil sie sich beim Klettern-Üben so überanstrengt hat, geht ihr auch beim Schwimmen die Puste aus. Und auch dem Pferd will es einfach nicht gelingen, einen Baumstamm hoch zu klettern, wo doch der Affe so einen Spaß daran hat. Während die Tiere schier endlos üben, was sie am wenigsten können, geht ihnen die Kraft aus für das, was ihr eigentliches Element ist. Am Ende lassen die Tiere Schule Schule sein und machen einfach das, wofür sie geschaffen sind.

Die Botschaft ist klar und schön: Nicht jeder muss alles können und schon gar nicht gleich gut. Jeder hat seine Stärken, und die zu leben, macht seine Schönheit aus. Allerdings lässt dieses Buch einen bitteren Beigeschmack zurück. Denn genau darauf ist unser klassisches Schulsystem ja nicht ausgelegt. Hier sollen alle das Gleiche lernen, möglichst gleich gut und immer zur gleichen Zeit. Stärken hin oder her. Und bei Schwächen muss eben eine besondere Förderung her. Eigentlich ist dieses Buch ein Plädoyer für unschooling oder aber für demokratische Schulen (darüber gibt es hier einen wunderbaren Film!!!): jedes Kind lernt, was es will und wann es das will. Und was dabei heraus kommt, sind wunderbare, starke, inspirierende Persönlichkeiten. Unglaublich, aber wahr!

Wie viel davon die Schule hat, auf der unser Großer startet, kann ich noch nicht genau einschätzen. Aber ich bin unglaublich gespannt und freue mich auf diese Reise, die jetzt beginnt!

Was kommt in die Tüte?

P1110523Was kommt alles in die Schultüte? Als erstmalige Schulanfänger-Mama bin ich gerade auf der Suche nach Ideen, wie ich die Schultüte sinnvoll füllen kann. Schließlich soll es keine reine Zuckertüte werden. Und Schnickschnack, der nachher nur rumfliegt, braucht auch keiner. Auf einer Liste habe ich bisher dies und das notiert. Ein paar Tage bleiben noch, um sie zu ergänzen. Hier ist meine vorläufige Sammlung:

_ ein schönes Bilderbuch: die schönsten Bücher zum Schulanfang, die ich kenne, werde ich in den nächsten Tagen hier zusammen stellen. Für die Schultüte habe ich die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte gekauft. Da geht es gar nicht um die Schule, aber sehr wohl darum, warum es sich lohnt, schreiben zu lernen. Sehr witzig – gefällt Kindern wie Eltern!

_ ein Rätselblock kommt bei unserem Großen immer gut an. In die Tüte kommt dieser hier. Schön ist auch dieses Sudoku-Heft für Kinder, mit 4er Sudokus, in denen Farben, Formen, Bilder und Sticker den richtigen Platz finden müssen. Wirklich toll sind auch diese Rätselblöcke, einer schöner als der andere, und das A6-Format macht sie gut geeignet, um in der Schultüte Platz zu finden.

_ ein T-Shirt mit Aufdruck „Schulkind 2017 – wild and free“ gab es bei uns schon zum 6. Geburtstag, passt aber natürlich auch prima in die Schultüte. Hier habe ich unser Bügelbild erstanden, personalisiert mit dem Namen unseres Schulanfängers – wunder-, wunderschön!

_ eine Armbanduhr

_ für den sicheren Schulweg eine Leuchte, die man mit Magnetverschluss ganz einfach an Kleidung oder Rucksack befestigen kann – alles was leuchtet und blinkt, kommt schließlich immer gut an

_ die Idee einer Rechenmaus finde ich auch ganz süß. Allerdings ist unser Großer so ein Zahlenfreak, dass ich für ihn eher eine Rechenmaschine über einen dreistelligen Zahlenraum bräuchte…

_ ein kleiner Zollstock, 1m lang

_ ein Säckchen Murmeln – von denen können wir gar nicht genug haben, so schnell wie die verloren gehen…

_ eine neue Trinkflasche

_ schöne Sticker – dafür haben unsere Jungs immer Verwendung

_ eine Packung Kinderpflaster, falls es beim Fußball-Spielen auf dem Schulhof mal eine Schramme gibt

_ etwas Süßes darf natürlich auch nicht fehlen, etwa Buchstaben zum Aufessen. Zum Beispiel als Russisch Brot oder Weingummi

_ dazu eine Rolle Traubenzucker

_ und ein Päckchen Studentenfutter

Und was packt ihr in die Schultüte?

Schultüte nähen I

P1110523Bald ist es soweit. Unser großer Kleiner wird ein Schulkind! Und ist damit schon ein richtig Großer! Ich kann es noch gar nicht glauben…

Die Schultüte werde ich selbst nähen. Wie immer bei solchen Projekten wird sie wahrscheinlich auf den letzten Drücker fertig. Aber ich weiß wenigstens, wie es geht. Denn ich habe schon mal geübt: Die Schultüte für den kleinen Bruder ist schon fertig.

Um das Schnittmuster zu erstellen, fand ich diese Anleitung sehr hilfreich. Hat super funktioniert und ging erstaunlich zügig. Die Stoffe sind alles Reste, die endlich mal zur Verwendung kommen. Und ich finde, das Ergebnis kann sich blicken lassen. Ich freue mich schon auf die leuchtenden Augen!

Suchst du noch nach Ideen für die Füllung? Dann schau doch einmal hier!

Auf zur Sammlung von lillesol & pelle und zum Creadienstag!

Bilderrätsel

Was ist das?

Eine Kernfamilie!

O-Ton unseres Kleinen, drei Jahre alt!

Er war sich der Bedeutung seiner Worte nicht bewusst. Aber es berührt mich immer wieder sehr, wie er in allem und jedem, was er sieht, Familienbande entdeckt. Alles spiegelt ihm seine kleine Welt wieder. Seine wichtigsten Bande. Überall entdeckt er die Verbundenheiten, die sein Leben prägen. Das ist so wunderbar!