Archiv für den Monat September 2017

Wie spüre ich mich selbst (wieder)?

Mit so viel Freiheit konnte ich gar nicht umgehen: zwei Tage ganz für mich alleine. Am Meer. In einem der schönsten Urlaubsorte überhaupt. Freie Zeit. Ich entscheide. Was ich tue. Und was nicht.

Am Ende unseres Urlaubs hatte ich auf einmal diese beiden Tage (wie es dazu kam, kannst du hier nachlesen). Und dann hatte ich auch noch diesen Bierdeckel gefunden mit der Aufschrift: „Always trust your inner voice“

Der inneren Stimme zu vertrauen, ist schön und gut. Dazu muss man sie aber überhaupt erst mal hören! Wie nimmt man sie wahr, wenn man im Großen und Ganzen gewohnt ist, im Alltag einfach zu funktionieren? Und das heißt ja in der Regel, äußeren Stimmen und Erwartungen zu folgen!

Mein erster Impuls war: Ich mache mir einen Plan! Einen ziemlich vollen sogar. Ich tue all das, wozu ich im Urlaub Lust hatte und wozu ich mit den Kindern nicht gekommen bin: Ich spaziere ausgiebig am Meer entlang. Ich setze mich stundenlang in mein Lieblingscafé und lese in aller Ruhe. Ich wandere ins Nachbardorf und esse da die besten Pommes von ganz Holland usw.

Das sind alles Dinge, die ich gern tue und die mir gut tun (bis auf die Pommes vielleicht…). Aber gleichzeitig war es wie eine To-Do-Liste zum Abarbeiten. Und abarbeiten wollte ich nichts. Ich wollte auftanken. Mit mir selbst in Verbindung kommen. Spüren, was ich wirklich brauche!

Also habe ich meinen Plan wieder über den Haufen geschmissen und innerlich die Reset-Taste gedrückt. Noch mal von vorn. Ich gehe ohne Konzept in diese beiden Tage. Ich warte, was sich zeigt…!

Drei Dinge habe mir dabei geholfen, auf meine innere Stimme wirklich zu hören.

1. Ein Naturgang

Wirklich hilfreich, um Impulse überhaupt aufkommen zu lassen, ist  ein „Naturgang“. Das ist etwas anderes als ein Spaziergang. Ich gehe los, ohne ein Ziel zu haben, ohne Plan, ohne Konzept. Ich öffne mich ganz für das, was mir unterwegs begegnet. Dabei achte ich bewusst auf innere Impulse (ich hatte zum Beispiel den starken Impuls, nicht ans Meer, sondern ins Landesinnere zu gehen) oder darauf, ob irgendetwas im Außen die Aufmerksamkeit erregt. Ich lasse mich sozusagen rufen von den (Natur)Wesen auf dem Weg und verweile da, wo die Aufmerksamkeit mich hinzieht. Dabei kann es gut sein, dass ich mich bei einem Naturgang kaum von der Stelle bewege. Entscheidend ist nicht der äußere, sondern der innere Weg.

2. Einen guten Rhythmus finden

Durch meine Offenheit hat sich quasi von alleine ein Rhythmus eingestellt. Mein Tag begann mit Kaffee und Brötchen am Meer. Danach habe ich in meinem B&B-Zimmer konzentriert an einem Blog-Artikel gearbeitet. Ausgiebiges und zielloses Streunern am Meer füllte den Nachmittag aus. Und am Abend habe ich unseren Urlaubsfilm geschnitten, sehr fokussiert, aber kreativ und mit viel Spaß an der Sache .

Mein Alltag hat diesen Rhythmus nicht. Ich bin eine Kopfarbeiterin. Ich wechsle zwar die Gegenstände meiner Konzentration, aber nicht die Art meiner Beschäftigung.

Ein guter Wechsel zwischen „ora et labora“ („bete und arbeite“) hilft, auf die eigenen Impulse zu achten. Es geht um einen guten Rhythmus von Aktivität und Zeiten, in denen nichts passiert. Von Konzentration auf eine Tätigkeit im Außen und dem Lauschen nach innen.

Und da sich dieser Rhythmus im Alltag nicht von alleine einstellt, ist es gut, bewusst darauf zu achten.

3. Bedürfnisse erkunden

Inzwischen bin ich ein bisschen geübter, wenn es darum geht, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkunden. Wenn ich mich unwohl fühle, nehme ich das als Hinweis zu schauen:

  • Was ist der Auslöser?
  • Wie fühle ich mich damit?
  • Und was brauche ich? Also was sind meine (unerfüllten) Bedürfnisse?

Es braucht ein bisschen Zeit, um dem auf die Spur zu kommen. Das geht nicht nebenbei. Aber wenn ich mir zehn Minuten nehme und die Bedürfnisse aufschreibe, lohnt sich das auf jeden Fall! Innerhalb kürzester Zeit stellt sich eine tiefe Zufriedenheit ein, wenn ich in Verbindung mit meinen Bedürfnissen bin! Das ist es auf jeden Fall wert, sich einmal kurz selbst zu unterbrechen und die Achtsamkeit nach innen auf die Gefühle und Bedürfnisse zu richten.

Welche Rezepte hast du, um dich selbst (wieder) besser zu spüren?

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Herbstmandala

Letzten Sonntag ist dieses Herbstmandala entstanden. Mit einer Handvoll Kindern und Erwachsenen haben wir die Zeichen des Herbstes am Wegesrand eingesammelt. Damit das Mandala ein gleichmäßiges Muster entwickelt, sollte jede/r immer vier möglichst gleiche Dinge suchen. Oder zwei mal vier, oder drei mal vier… Die Kinder waren sofort begeistert bei der Sache!

Eine Kerze im Glas (Windschutz!) markierte unsere Mitte. Mit den Vogelberenzweigen aus unserem Garten habe ich den Anfang gemacht. Danach haben alle ihre Fundstücke immer symmetrisch zur Mitte gelegt. Auf diese Weise entsteht ein gemeinsames kleines Kunstwerk, an dem schon die Kleinsten mitwirken können (sobald sie halt bis vier zählen können… 🙂 )

Zum Abschluss haben wir in einem kleinen Ritual das Thema des Herbstes begangen: Dankbarkeit. Jede/r für sich hat die Fragen beantwortet:

  • Was ist in diesem Jahr gewachsen?
  • Was ist gereift?
  • Wofür bin ich dankbar?

und seine Antwort dann auf ein einziges Wort verdichtet. Um das Mandala stehend haben wir unser Wort in die Runde gesagt, alle anderen haben es bezeugt. Und das war richtig, richtig schön!

Verlinkt als herbstliches Grünzeug!

Von der Freiheit unter freiem Himmel

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Man nehme: ein kleines Waldstück, eine Handvoll Kinder und ausgiebig Zeit…

Und es entstehen Baumhäuser, Rennstrecken, Museen und Schneckenhotels. Und Kinder, die völlig mit der Welt und sich selbst im Einklang sind!

Andreas Webers Buch Mehr Matsch! ist unter dem neuen Titel „Natur tut gut“ erschienen. Im Vorwort zur Neuauflage betont er noch einmal, warum das freie Spiel in der freien Natur für Kinder so wichtig ist. Es hilft, die „fünf Freiheiten“ (Viginia Satir) zu entwickeln:

  1. „Die Freiheit, zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.“
  2. „Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke, und nicht was von mir erwartet wird.“
  3. „Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen, und nicht anderen etwas vorzutäuschen.“
  4. „Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.“
  5. „Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer auf Nummer sicher zu gehen und nichts neues zu wagen.“

Und wer wünscht sich solche Freiheiten nicht für seine Kinder?

Und für sich selbst?!

P1120169.JPGWer diese Freiheiten nicht gelernt oder wieder verlernt hat, findet in der Natur eine gute Lehrmeisterin. All diese Qualitäten sind aber auch zentrale Merkmale der gewaltfreien Kommunikation: wertfrei wahrnehmen, Gefühle ernst nehmen, um das bitten, was ich brauche, Verantwortung für mich selbst übernehmen!

Ich freue mich mal wieder, wie sehr meine Themen – außen und innen – ineinander greifen!

Grünzeug tut einfach gut!

 

Schultüte nähen II

Nach diversen Nachtschichten möchte ich euch jetzt auch noch die „richtige“ Schultüte zeigen. Bei der Geschwisterschultüte hatte ich ja nur geübt…

Weil unsere Jungs „Jim Knopf und die wilde 13“ lieben, sollte es eine Piraten-Schultüte werden. Aber mangels umsetzbarer Ideen hat mein Schiff dann doch keine Totenkopf-Flagge bekommen, so dass das Piraten-Motiv nur an kleineren Details erkennbar wird. Und die 13, die ich aufsticken wollte, war mir am Ende doch zu kleinteilig. Dafür gibt es ein paar andere nette Details. Zum Beispiel die Segel, die beweglich sind oder der Anker zum Aufbügeln, den ich zufällig noch da hatte.

Was bei uns alles in die Schultüte kommt, habe ich übrigens hier zusammen gestellt. Und hier stelle ich meine Lieblings-Kinderbücher rund um den Schulanfang vor.

Verlinkt bei lillesol & pelle und beim Creadienstag