Archiv der Kategorie: natur|verbunden

Der Osterhase war da!

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Heute schon! Und er bleibt!

Genauer gesagt sind es zwei. Und nicht Hasen, sondern Zwergkaninchen. Unsere neuen Familienmitglieder!

Spätestens seit ich Mehr Matsch! gelesen habe, war mir klar, dass ich für unsere Jungs vierbeinige Gefährten möchte. Kinder zieht es hin zu allem Lebendigen, sie brauchen diesen Kontakt mit anderen Wesen, und ganz nebenbei lernen sie dabei, Verantwortung zu übernehmen.

Unser Ausflug hat uns heute zum „Viehmarkt“ geführt. Da war der Osterhase mit allen seinen Gefährten…

Eingezogen sind bei uns aber diese zwei Süßen! Ein Junge und ein Mädchen… Erst sieben Wochen alt… Die beiden sind noch ganz schüchtern…

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Und jetzt geht’s ans Grünzeug sammeln… 🙂

Jetzt ist Winter!

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Hier war es in letzter Zeit ziemlich ruhig. Das liegt daran, dass Winter ist. Außen wie innen. Und zwar schon seit einer ganzen Weile…

Vor einiger Zeit bin ich auf den Lebenskompass von Ursula Seghezzi gestoßen: eine überaus kundige und weise Landkarte des Lebens, der Natur und der inneren Seelenlandschaften. Wunderbare Lektüre! Und bei mir ist in diesem Jahr so viel im Wandel, dass ich mich im Großen und Ganzen im „Winter“ bewege.

Das ist so vielleicht etwas erklärungsbedürftig. Es erschließt sich aber auf einem kurzen Gang durch die Jahreszeiten!

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Der Frühling beginnt, wenn Krokusse und Schneeglöckchen ihren Kopf aus der Erde strecken. Die ersten Anzeichen sind zart und versteckt. Es kommt vor, dass Kälte und Schnee sie wieder überdecken. Aber nach und nach setzt sich das Keimen und Wachsen durch. Die ersten Frühlingsblumen blühen, und die Vögel singen wieder.

Wenn wir mit dem Rhythmus der Natur mitgehen, können diese Fragen uns im Frühling begleiten: Was erwacht in mir? Welchen Ideen und Visionen möchte ich Gestalt geben? Wie kann ich meinen Körper reinigen und stärken?

Zum Sommer hin drängt alles nach Entfaltung und Blüte. Aus dem zarten Hellgrün der Bäume wird ein immer kräftigeres, satteres Grün. Alles strebt dem Licht entgegen.

Im Sommer geht es für uns Menschen um die Frage: Was entfaltet sich in meinem Leben? Hier sind vor allem zwei große Themenbereiche zu nennen. Der erste ist Beruf(ung): Wie entfalte ich mein Potenzial? Wie kann ich wirksam sein? Zur eigenen Erfüllung und im Dienst einer größeren Gemeinschaft. Und das zweite Thema ist Beziehung: Was ist mein Platz in der Gemeinschaft? Wie ist meine Partnerschaft? Wie mein Verhältnis zu den Eltern? Und wie steht es um die eigene Elternschaft?

iwR_graubunt1Der Herbst ist geprägt von einer zunehmenden Dichte. Im frühen Herbst haben Kräuter ihre größte Heilkraft. Die Früchte reifen. Nüsse und Samen fallen zu Boden. Mehr und mehr ziehen die Pflanzen ihre Kräfte und Säfte ins Innere der Erde zurück. Das Chlorophyll schwindet aus den Blättern und die Bäume erscheinen in bunter Farbenpracht.

Ernten und Danken sind die großen Themen des Herbstes. Im dankbaren Annehmen dessen, was gewachsen ist, erkenne ich an, dass es die eigene Leistung braucht, um etwas zu hegen und zu pflegen und ins Leben zu bringen. Aber das Wachsen kann ich nicht machen. Es steckt eine größere Kraft dahinter. Gott „wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein“, dichtet Matthias Claudius, „und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot: es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“

Aber auch die Vergänglichkeit führt uns der Herbst vor Augen. Er bringt die Perspektive des Sterbens ein. Und damit die Frage: Was ist wirklich wesentlich? Was zählt am Ende wirklich?

Die Qualitäten des Winters werden in unserer Gesellschaft nicht gerade geschätzt und gepflegt: es wird dunkel und still. In der Mitte des Winters liegt die längste Nacht des Jahres. Draußen wird es immer stiller – wenn Schnee die Erde bedeckt, sogar beinahe lautlos. Die Tiere ziehen sich zum Winterschlaf zurück, und die Samen schlafen in der Erde.

Diese Bewegung mitzumachen, bedeutet Schlaf, Stille und Einkehr Raum zu geben. Es ist die Zeit, das zu erkunden, was Rilke den „Weltinnenraum“ nennt: die Wirklichkeit hinter unserer greifbaren Welt, die geistige Dimension unseres Lebens. Fragen für diese Zeit lauten: Nehme ich mir die Zeit, bei mir selbst einzukehren? Wie gestalte ich mein geistiges Leben? Und wie die Beziehung zum Göttlichen?

Wir tun uns schwer mit Zeiten des Nicht-Tuns. Wir verbinden es mit Stillstand. Dabei geschieht viel, wenn alles Äußere zur Ruhe kommt und ich mich ganz in mich hinein sinken lasse. Dann, wenn die Seele sich Gehör verschaffen und die Führung übernehmen kann. Wahrhaftige Veränderung beginnt im Verborgenen, ohne unser Zutun. In der dunkelsten Nacht des Winters wird das Licht geboren. Das Göttliche wird Mensch, ganz und gar.

Dieser Bewegung werde ich noch mehr Raum geben. Ich freue mich schon riesig darauf, ein Neujahrs-Winterritual mit Ursula Seghezzi mitzumachen: „Sich der Wandlung anvertrauen – Altes hinter sich lassen und für das Neue offen werden…“

Und was tut sich bei dir so?

Ab nach draußen!

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Dass es wichtig ist, dass Kinder draußen spielen, weiß man ja. Irgendwie. Aber wenn man richtig gute Gründe dafür hat, macht es noch viel mehr Spaß, bei (fast) jedem Wetter mit den Kleinen rauszugehen! Gute Gründe gibt es natürlich viele, nachzulesen zum Beispiel hier und hier. Und seit ich den Film „Zwischen zwei Welten – Kinder im medialen Zeitalter“ gesehen habe, kenne ich noch einen Grund mehr.

Hier geht es um die Hirnentwicklung unserer Kinder. Anders als Tiere kommen Menschenkinder nicht mit einem fertig entwickelten Gehirn zur Welt. Ein Huhn hat nicht viele Entwicklungsmöglichkeiten. Es scharrt im Gras und pickt Körner und legt Eier. Und diese Möglichkeiten sind von Anfang an in ihm angelegt. Ein Huhn ist ein Huhn ist ein Huhn. Anders bei uns Menschen. Welche Fähigkeiten wir ausbilden, ist nicht von Geburt an festgelegt. Es sind unzählige Möglichkeiten angelegt, es müssen erst Verknüpfungen und Verschaltungen gebildet werden. Unser Gehirn muss sozusagen erst gebrauchsfertig werden.

Und dabei spielen die Sinneserfahrungen eine zentrale Rolle. Das Gehirn setzt das, was unsere Sinne übermitteln, in Aktivität der Neuronen um. Je mehr die Sinne aktiv sind, desto vernetzter entwickelt sich das Netzwerk in den Köpfen der Kinder. Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten! Klar, dass die Sinne draußen viel mehr zu tun haben, als wenn wir drinnen in der Stube hocken. Der Wind rauscht durch die Blätter und durch unsere Haare. Das Sonnenlicht bricht sich in jedem Moment anders durch die Wolken. Und Kinder tauchen ja noch viel mehr ein als wir Großen, die wir in der Regel über einen Waldspaziergang und das Sitzen auf der Parkbank nicht hinauskommen. Meine Jungs springen kopfüber in die großen Laubhaufen, die wir gerade täglich in unserem Garten zusammen kehren. Sie wirbeln die Blätter herum, laufen drunter durch und lassen sich mitten reinfallen… Mehr Arbeit können die Sinne nicht haben! Und die Neuronen auch nicht!

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Es liegt auf der Hand, warum jegliche Bildschirmmedien – wie pädagogisch wertvoll sie auch sein mögen – das nicht leisten können. Man schaue sich nur mal Kinder an, die vor dem Fernseher sitzen: bewegungslos, ein starrer Blick, wie in Trance. Daran ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Aber es sind eben nur zwei Sinne aktiviert, der Seh- und der Hörsinn, und die beiden auch nur sehr eingeschränkt. Jeder Bildschirm kann mit den Sinneseindrücken, die es draußen in der Natur aufzunehmen gibt, nicht mithalten.

Die Autoren des Films „Zwischen den Welten“ empfehlen deshalb ein „Neuronenschutzprogramm“. Es besteht erstens aus einer klaren Haltung der Eltern – das, was ich hier beschreibe. Der zweite Punkt ist eine „Zwei-Welten-Waage“: im Kindergartenalter sollen sich 10 Minuten Mediennutzung mit 40 Minuten freiem Spiel, am besten draußen, die Waage halten. Das funktioniert – drittens – gemeinsam mit den Kindern, wenn sie, in einfachen Worten, erklärt bekommen, was in ihrem Oberstübchen passiert und wie sie ihr Hirn fit halten können.

Wenn meine Jungs also den ganzen Nachmittag im Garten gespielt haben und sie völlig verdreckt, aber glücklich aus den Laubhaufen wieder auftauchen, freue ich mich insgeheim und denke mir: JA! Das ist echte Frühförderung!!!

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Zu Gast bei Grünzeug und Sonntagsfreude.

Unterwegs Bedürfnisse erkunden (GfK #3)

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Am Wochenende hatte ich ein wunderbares Seminar in der Schweiz. (Dazu an anderer Stelle mehr!) Die Zugfahrt hat mich durch halb Deutschland geführt, und ich bin in den Genuss gekommen, mit der Schwarzwald-Bahn quer durch verschlungene Täler und über weite Höhen des Schwarzwalds zu fahren. Dabei hatte ich reichlich Gelegenheit, mich in der Erkundung meiner Bedürfnisse zu üben.

Beim Blick aus dem Fenster hatte ich nämlich ganz viele Das will ich auch!-Impulse. Aus der Achtsamkeits-Schulung (MBSR) kenne ich die Übung, die eigenen Gedanken zu beobachten. Dabei ist es hilfreich, innerlich einmal kurz zu benennen, was gerade in mir vorgeht. Wenn ich z.B. denke: Oh, ich muss mich dringend noch zum Seminar anmelden!, dann benenne ich es: Planen. Oder wenn mir durch den Kopf schießt: Was hat die denn für einen schrägen Hut auf?, dann nehme ich wahr, was ich gerade tue: Urteilen. Und während der Bahnfahrt habe ich bemerkt, dass mir ganz viel Haben-Wollen im Kopf rumspukt.

Das großartige an der gewaltfreien Kommunikation (GfK) ist, dass sie noch einen Schritt weiter geht. Es geht auch hier darum, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, dann aber noch tiefer zu gehen und die darunter liegenden Bedürfnisse ans Licht zu bringen. Ich habe also – jedes Mal, wenn ich beim Blick aus dem Fenster etwas gesehen habe, wo in mir ein Das will ich auch! anspringt – Ausschau gehalten, welches Bedürfnis sich darin zu Wort meldet.

Hier eine Auswahl an Haben-Wollen-Impulsen und den Bedürfnissen, die ich darin ausgemacht habe:

eine wunderschöne, idyllische Terasse – Erholung, Schönheit

Menschen sitzen in der Sonne, im Gras, am Fluss – Erholung, unmittelbarer Kontakt mit der Natur

Radfahrer – Bewegung, Entspannung, Natur um mich herum

eine Frau im Liegestuhl – Entspannung, Ruhe

das Tomate-Mozzarella-Brötchen meines Sitznachbarn im Zug – Geniessen

der Wald – sinnlicher Kontakt mit der Natur, Ruhe, Erholung

ein Fluss – Erfrischung, den Körper und meine Lebendigkeit spüren

die idyllischen Schwarzwaldhäuser: holzverkleidet, mit kleinen Fenstern und einem riesigen Dachstuhl – Rückzug, Geborgenheit

und zuletzt ein Heißluftballon, schon in der Schweiz, über den Appenzeller Bergen – Ruhe, Frieden, Freiheit

Nach dieser kleinen Übung war mir völlig klar, dass ich dringend erholungsbedürftig bin! Ich sehne mich danach, in der Natur zu sein und meinen Körper (in Bewegung) zu spüren. Das hat mir das Seminar zwar weniger geboten, dafür hatte ich aber eine klare Vorstellung davon, wie ich meine freie Zeit gestalte: wandern, im Liegestuhl unter einer Linde liegen und abends, zum Teil in eine Wolldecke eingewickelt, ein Glas Wein unter freiem Himmel trinken… Immer mit Blick auf die Berge! Herrlich! Zusammen mit der Inspiration des Seminars komme ich jetzt wirklich erholt und genährt wieder zurück!

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Eine Sonntagsfreude – mit Gruß in die Schweiz!

Vor-Freude

Im Garten faszinieren mich derzeit zwei Dinge:

Zum einen die Explosion des Wachstums. Gerade noch war alles kahl und wie tot. Da schieben sich vorsichtig die ersten Blättchen aus dem Nichts, fein zusammengefaltet wie eine Zieharmonika. Und mit einem Mal ist alles üppig grün und über und über mit Blüten bedeckt. Zwischen den ersten Blättchen steckt in den vielen Knospen die Verheißung einer süßen Ernte. Johannisbeeren, Holunderbeeren, Äpfel.

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Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Und ich freue mich schon darauf, wenn es in unserem Kühlschrank wieder so aussieht und wir an heißen Tagen unseren Durst mit kühlem Holunderblütensirup stillen.

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Das zweite, was mich fasziniert, ist das Wesen der Pflanzen. Seit ich so dies und das über Wildkräuter in Erfahrung gebracht habe, ist das Grün um mich herum nicht mehr einfach nur grün. Ich erkenne mehr und mehr Pflanzen und freue mich darüber, wie wertvoll sie sind und in welches Süppchen sie wandern könnten. Für unsere Vorfahren waren die grünen Gewächse am Wegesrand aber weit mehr als einfach nur Grünzeug. Sie hatten wirklich ein eigenes Wesen.

Der Holunder zum Beispiel. Es ist der Baum der Frau Holle. Jede(r) von uns kennt das Märchen von den beiden Stiefschwestern, die bei ihr in die Lehre gehen – mit ganz unterschiedlichem Erfolg. Frau Holle wurde einst als Göttin verehrt, die die Herrschaft über die Jahreszeiten, das Wetter und die Jenseitswelt innehat. Dass mit ihr und ihren Gesetzen nicht zu spaßen ist, zeigt, das Märchen. Aber auch, dass von ihr zu lernen reichen Segen mit sich bringt.

Der Holunder ist Frau Holles Baum, und er galt als Zugang zu ihrem Reich. Er schafft Verbindung mit dem Erdreich und Zugang zu einem anderen Bewusstsein. Und so wie die Göttin selbst ist auch der Baum zweischneidig: Er ist weiß (Blüte) und schwarz (Beere), er ist giftig und heilend, reinigend und nährend. Aus den Blättern oder den jungen Trieben wurde ein Trank hergestellt, der Durchfall oder Erbrechen hervorruft und auf diese Weise Krankheiten vertreiben soll. Die gleiche Wirkung haben die Beeren, wenn man sie roh zu sich nimmt. Wird der Saft aber abgekocht, ist er aufgrund seines hohen Gehalts an Vitamin C und B stärkend für das Immunsystem. Und ein Aufguss aus den Blüten wirkt entgiftend, entzündungshemmend und stärkt die Abwehrkräfte.

Es gab viele Bräuche rund um den Holunderbaum, gerade weil er als Tor zu einer anderen Welt galt. Einer gefällt mir ganz besonders: Frauen, die schwanger werden wollen, sollen den Holunder küssen. (Das alleine wird nicht ausreichen, aber wer weiß, helfen kann es vielleicht schon… 😉 )

Von diesen Wurzeln sind wir heute gänzlich abgeschnitten. Ich bedauere das, denn es macht unsere Wahrnehmung der Welt ein ganzes Stück ärmer. Ich schaue auf jeden Fall auf den Holunder in unserem Garten inzwischen mit ganz anderen Augen!

Meine grüne Sonntagsfreude!

Faszination Wasser

Ein ganzer Tag draußen, abseits des Großstadtgetriebes. Wie sehr wünsche ich mir für meine Kinder, dass sie möglichst viel von dieser unverplanten Draußen-Zeit erleben. Das Element Wasser hatte heute die größte Anziehungskraft.

Wir wollten nachschauen, ob in dem Teich, in dem wir letztes Jahr die Kaulquappen entdeckt haben, schon Froschlaich zu finden ist. Es war weit und breit (noch?) nichts zu sehen. Aber während wir am Ufer hin und her gelaufen sind, hüpfte es auf einmal zwischen unseren Füßen. Ich weiß nicht, wer sich mehr erschrocken hat – wir oder die Tiere? Mit großen Sätzen retteten sich zwei Frösche ins Wasser. Von hier aus haben wir uns gegenseitig aufmerksam und kritisch beäugt.

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Wenn die Kinder führen dürfen, weiß man vorher ja nicht so genau, was passieren wird. Die Attraktion auf unserem Weg war eine Steinbrücke über einen kleinen Bach und ein paar vertrocknete Äste. Die Kinder waren eine halbe Ewigkeit beschäftigt, Stöcke zu suchen, sie ins Wasser zu werfen und dann von einer Seite der Brücke auf die andere zu laufen, um zu sehen, wann sie unten durch schwimmen.

Dann hat uns noch eine tote Amsel beschäftigt. Ob sie wohl Kinder hat, die auf sie warten und ihre hungrigen Schnäbel aufreißen?

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Und das hier war unser Abendessen: Pasta mit Wildkräuterpesto aus frischem Bärlauch. Lecker!

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Ein Grünzeug-Beitrag bei den Naturkindern und zu Gast beim Samstagsplausch.

Kräuter-Küche

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Ich liebe Suppen und ich liebe das Kochbuch von Marion Grillparzer: 33 magische Suppen. Als ich es vor Jahren das erste Mal in der Hand hatte, konnte mit einem Rezept wie der Neun-Kräuter-Suppe nichts anfangen. Was ist denn, bitte schön, Gundermann oder Kerbel? Und wo bekommt man Brennnesseln oder Sauerampfer? Heute laufe ich durch unseren großen, wilden Garten und freue mich über jedes UnKraut, das seine grünen Blätter der Frühlingssonne entgegen streckt. Ich (er)kenne sie bei weitem nicht alle, aber in dem Kräuter-Süppchen sind eine ganze Reihe von ihnen gelandet: Löwenzahn, Giersch, Knoblauchsrauke, Brennnesseln, Schafgarbe, Gundermann und Gänseblümchen. Und vom Wochenmarkt gab’s noch einen Bund Bärlauch dazu.

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Wer die Suppe nachkochen möchte:

Etwas Butter in einem Topf zerlassen und eine Zwiebel darin  glasig dünsten. (Wer weder Knoblauchsrauke noch Bärlauch verarbeitet, fügt noch eine Knoblauchzehe hinzu.) Mit 1 EL Mehl bestäuben und anschwitzen. Ca. 1/2l Gemüsebrühe und einen halben Becher Sahne zugeben und kurz aufkochen. Die Kräuter (ca. 100-150g) hinzufügen und pürieren. Einmal kurz aufwallen aber nicht mehr kochen lassen. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Zugegeben: Den Kindern macht das Sammeln der Kräuter mehr Spaß als das Essen dieser Kräuter-Suppe. Sie schmeckt schon sehr herb und ist eher nicht nach Kindergeschmack. Kräuterbutter lieben sie dagegen sehr! Also habe ich das ein oder andere Blättchen abgezweigt und zu einer frischen Kräuterbutter verarbeitet.

Guten Appetit!

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Wenn das kein Grünzeug ist!