Archiv für den Monat März 2017

Wann leuchten die Augen unserer Kinder?

Bei mir war echt die Luft raus! Andauernder Stress bei der Arbeit, ein Dreijähriger, wie er im Buche steht, chronischer Eisenmangel – ich weiß nicht genau, woran es liegt. Aber das ist wahrscheinlich auch egal. Wie bei so vielem: es gibt nicht die eine Ursache, die wir beheben müssten, und dann ist wieder alles in Ordnung.

Meine andauernde Erschöpfung hatte zur Folge, dass ich in Tränen ausgebrochen bin, wenn ich ein wütendes „Nein“ von meinem Kleinen hörte. Weil ich nicht wusste, wie ich die möglicherweise folgende nächste Schreiattacke überstehen sollte, die gut und gerne mal eine gefühlte Stunde dauern kann. Oder ich habe mich vor jedem „Nein“, das ich auszusprechen im Begriff war, gefragt, ob ich jetzt die Kraft habe, dieses Nein auch wirklich durchzuziehen. Mit allen Konsequenzen, also zum Beispiel die nächste Schreiattacke von unabsehbarer Dauer.

Ich schreibe in der Vergangenheit davon, weil sich die Situation inzwischen ein bisschen entspannt hat. Und das unter anderem deshalb, weil ich aus meiner Not heraus intensiv nach Strategien gesucht habe, die besser funktionieren als alles, was ich bisher im Repertiore hatte. Und ich bin fündig geworden! Einige der Methoden, Strategien und Haltungen werde ich hier auf dem Blog in nächster Zeit vorstellen.

Das erste ist die schlichte Frage: Wann leuchten die Augen meiner Kinder?

Ich bin drauf gestoßen durch diesen Vortrag von Gerald Hüther.

Ungefähr ab Minute 26 spricht er darüber, dass Lernen (in diesem Fall bei Down-Kindern, aber das gilt für ‚gesunde‘ Kinder genauso) nur funktioniert, wenn ihre Begeisterung geweckt ist. Sprich: Wenn die Augen leuchten!

Ich war von dem Vortrag so inspiriert, dass ich mir vorgenommen habe, bewusst darauf zu achten: Wann leuchten denn eigentlich die Augen meiner Kinder? Ich hatte im Kopf, dass ich die Themen und Aktivitäten gezielter fördern möchte, bei denen ihre Begeisterung sichtbar zum Ausdruck kommt. Vielleicht kommt das irgendwann später auch noch mal. Der erste Effekt war aber, dass sich bei mir etwas verändert hat.

Ich nehme meine Jungs wieder bewusster wahr. Und zwar nicht nur dann, wenn sie mich anstrengen und mir den letzten Nerv rauben. Sondern genau in den Augenblicken, in denen sie einfach nur bezaubernd sind! Sie strahlen vor Begeisterung und sprühen nur so vor Lebensenergie. Und der Funke springt über. Ich lasse mich mit begeistern. Ich freue mich mit ihnen. Ich verbinde mich innerlich mit meinen Jungs und ihrem Erleben der Welt. Ich merke, wie ich mich anstecken lasse und dadurch ein Stückchen mehr Leichtigkeit einkehrt.

Weil ich diese Momente bewusst auskoste und die Intensität der Verbindung in mich aufnehme, dauert der Augenkontakt eine kleine Weile länger als gewohnt. Wir spüren in dem Moment wirklich die Verbindung. Ich kann es nicht sicher sagen, aber ich glaube, diese einfache Tatsache führt dazu, dass die Kinder entspannter und kooperativer sind. Einfach, weil sie gesehen werden.

Wann leuchten die Augen meiner Kinder? Dieser einfache Blickwechsel hat also gleich zwei schönen Konsequenzen: Ich fühle mich leichter und lebendiger. Und meine Kinder erfahren, dass sie gesehen werden. – Und das stärkt unsere Verbindung!

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Plastikfrei im Bad

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… sind wir noch lange nicht! Aber was nicht ist, kann ja noch werden! In den letzten Wochen hat sich bei uns da einiges getan. Durch einen Zero-Waste-Workshop habe ich jede Menge neue Ideen bekommen. Im Bad sieht das jetzt zum Beispiel so aus (von links nach rechts):

Selbstgemachte Creme. Ich experimentiere noch mit der Zusammensetzung: 4 Teile Olivenöl und 1 Teil Bienenwachs waren für meinen Geschmack etwas zu fest geworden. Aber wunderbar pflegend ist diese Creme. Und sie enthält keinen Schnickschnack!

Deocreme. Hier habe ich mich noch nicht ans Selber-machen gewagt. Und die Deocreme von Wolkenseifen kommt leider nicht plastikfrei daher. Trotzdem bin ich damit absolut zufrieden. Denn die Creme auf Natronbasis ist so ergiebig und kann so sparsam verwendet werden, dass ich mit einem Tiegel bestimmt ein ganzes Jahr lang auskomme. Zudem spare ich auch noch Wäsche, weil das Deo so wirksam ist, dass ich T-Shirts inzwischen wieder zwei Tage hintereinander trage.

Haarseife. Ich hatte schon öfter von Haarseifen gehört, konnte mir aber bisher nie vorstellen, wie das bei langen Haaren funktionieren soll. Dass es so einfach geht, hätte ich nicht gedacht: Die Haare anfeuchten, die Seife über die Haare reiben, ausspülen. Da ich mir fürs erste Experimentieren nicht gleich eine Haarseife kaufen wollte, brauche ich erst mal einen Rest Aleppo-Seife auf, der übrig geblieben ist, als ich das letzte Waschmittel gemacht habe.

Selbstgemachtes Duschgel. Etwa zwei Esslöffel fein geriebener Seife in 200 ml heißem Wasser auflösen. In eine leere Flasche füllen, abkühlen lassen. Fertig.

Zahnputz-Tabletten. Die waren absolut neu für mich. Man zerkaut sie mit den Schneidezähnen und putzt dann wie gewohnt die Zähne. Passend dazu habe ich eine kompostierbare Zahnbürste aus Bambus erstanden. Und – nicht im Bild – Zahnseide in einem Glasflakon, nachfüllbar natürlich.

Slipeinlagen. Waschbar und langlebig. Wollte ich auch schon länger ausprobieren. Jetzt habe ich es gemacht – und bin überzeugt! Der Stoff fühlt sich angenehm an, den Druckknopf spürt man nicht (nur eine längere Fahrradtour würde ich damit nicht machen) und bei der Wäsche fallen sie nicht ins Gewicht. Und schicker aussehen als ihre Einweg-Pendants tun sie allemal!

Einfach nachhaltig besser leben – heute bin ich hier zu Gast!